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Friday, October 30, 2026

Todesursache von Patrick Stewart: Was ist die Lewy-Körperchen-Demenz?

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Todesursache von Patrick StewartWas ist die Lewy-Körperchen-Demenz?

30.10.2026, 11:49 Uhr imageVon Jana Zeh

Sir Patrick Stewart, der seine Fans als Star-Trek-Captain Jean-Luc Picard begeisterte, stirbt an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung in Kombination mit einer sogenannten Lewy-Körperchen-Demenz, teilt sein Management mit. Aber worum handelt es sich dabei genau?

Mit Lewy-Körperchen-Demenz wird eine Erkrankung bezeichnet, bei der das Nervensystem allmählich verfällt. Sie ist nach Alzheimer die zweithäufigste Form einer fortschreitenden Demenz. Benannt ist sie nach dem Neurologen Friedrich Jacob Heinrich Lewy. Dieser hatte die Besonderheiten der Erkrankung in einem 1912 veröffentlichtem Buch beschrieben. Der Begriff "Lewy-Körperchen" selbst wurde allerdings erst 1919 von dem in Paris tätigen Neurologen Konstantin Tretiakoff geprägt.

Eine Lewy-Körperchen-Demenz, die auch als Lewy-Body-Demenz oder kurz LBD bezeichnet wird, kann als eigenständige Erkrankung auftreten, aber auch in Kombination mit Alzheimer oder Parkinson. Sie wird vor allem auf der Grundlage der typischen Krankheitszeichen diagnostiziert. Absolute Sicherheit über die Erkrankung ist jedoch erst nach dem Tod eines Betroffenen und der Untersuchung seines Gehirngewebes möglich.

Halluzinationen bei 80 Prozent der Betroffenen

Die Folgen dieser Störung auf den Körper, das Denken und das Verhalten einer betroffenen Person hängen davon ab, in welchen Hirnarealen sich die fehl gefalteten Eiweiße ablagern. Die Ablagerungen von Lewy-Körperchen können im Laufe der Zeit massive Auswirkungen auf kognitiver, psychischer, motorischer und körperlicher Ebene haben. Typische sind laut Alzheimer Forschung Initiative e.V.:

  • starke Schwankungen der Aufmerksamkeit - Die geistige Leistungsfähigkeit wechselt oft innerhalb von Stunden zwischen klarer Orientierung und starker Verwirrtheit oder Schläfrigkeit.

  • optische Halluzinationen - Rund 80 Prozent der Betroffenen sehen sehr lebhaft und detailliert Menschen, Tiere oder Gegenstände, die nicht da sind.

  • Bewegungsstörungen - Diese ähneln denen bei Parkinson. Sie reichen von Muskelsteifheit, verlangsamten Bewegungen und Gangunsicherheit. Das parkinsontypische Zittern tritt hingegen nicht so häufig auf.

  • Schlafstörungen - Typisch sind sogenannten REM-Schlaf-Verhaltensstörungen, bei denen Träume körperlich ausagiert werden.

  • Überempfindlichkeit gegenüber bestimmter Medikamente - Viele Betroffene reagieren drastisch auf bestimmte Beruhigungsmittel und Psychompharmaka.

Insgesamt ist die Lewy-Körperchen-Demenz im Alltag für Betroffene und deren Angehörige oft belastender und schwerer zu bewältigen als eine klassische Alzheimer-Demenz. Der Grund: Während die Alzheimer-Demenz meist langsam und stetig voranschreitet, wechselt die geistige Verfassung bei der Lewy-Körperchen-Demenz oft von Stunde zu Stunde oder von Tag zu Tag zwischen Klarheit und Verwirrtheit. Weder Betroffene noch Angehörige können sich darauf einstellen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass die Lewy-Körperchen-Erkrankung im Schnitt schneller fortschreitet als eine Alzheimer-Demenz. Lewy-Körperchen-Demenz-Betroffene werden oftmals früher pflegebedürftig.

Die Erkrankung, die meistens nach dem 60. Lebensjahr diagnostiziert wird, ist bisher nicht heilbar. Sie ist fortschreitend, verläuft jedoch unregelmäßig und in Phasen. Zwei Drittel der Betroffenen sind männlich. Die Behandlungen zielen darauf ab, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten. Neben speziellen Medikamenten können Ergo- und Physiotherapie, Gedächtnistraining und Kunsttherapie dabei helfen. Bisher ist nicht klar, welche Ursachen die Krankheit hat.

Fehlgefaltete Eiweiße bringen Tod von Nervenzellen

Die Lewy-Körperchen sind krankhafte Eiweißablagerungen, die bei mikroskopischen Untersuchungen im Gewebe des Gehirns sichtbar sind. Sie wurden von Lewy zuerst in Verbindung mit der Parkinson-Krankheit entdeckt. Sie kommen in Nervenzellen des Gehirns vor, insbesondere in der Großhirnrinde und im Hirnstamm.

Lewy-Körperchen bilden sich aus dem natürlichen Eiweiß, das den Namen Alpha-Synuclein trägt. Durch eine Störung verklumpt das Eiweiß und lagert sich so in den Nervenzellen ab. Dort hindert es nicht nur die Signalübertragung, sondern auch die Freisetzung von Botenstoffen wie Dopamin. Die Störungen führen schließlich zum Tod der Nervenzellen.

Wenn sich ein Lewy-Körperchen gebildet hat, kann es über einen bestimmten Mechanismus weitere intakte Alpha-Synuclein-Eiweiße zur Fehlfaltung animieren. Die Krankheitszeichen stellen sich dementsprechend schleichend ein. Neurowissenschaftler gehen davon aus, dass es lange vor dem eigentlichen Absterben der Nervenzellen und vor dem Auftreten von Krankheitszeichen eine stille Phase gibt.

Ausfall normaler Körperfunktionen

Im Endstadium der Erkrankung sind Betroffene auf umfassende Unterstützung angewiesen. Viele können nur noch wenig auf ihre Umgebung reagieren. Schließlich bricht die Regulierung automatischer Körperfunktionen schrittweise zusammen. Plötzlicher Abfall des Blutdrucks beim Aufstehen, schwere Verstopfungen und Harninkontinenz sind möglich. Viele Betroffene sterben schließlich an einer Lungenentzündung, die durch zunehmende Schluckstörungen verursacht wird, oder an den Folgen von Stürzen.

Neben Sir Patrick Stewart war auch Schauspieler Robin Williams an Lewy-Körperchen-Demenz erkrankt. Das wurde jedoch erst nach dem Tod von Williams festgestellt.

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