Migros plant direkte Gewinnbeteiligung für ihre Genossenschafter

Darum gehts
- Die Migros will ihre zehn Regionalgenossenschaften zu einer einzigen Einheitsgenossenschaft fusionieren.
- Darüber wird an einer Urabstimmung im Sommer 2027 abgestimmt.
- Auslöser sind sinkende Umsätze: Zwischen 2024 und 2025 verlor jede Regionalgenossenschaft Umsatz.
Die Migros steht vor dem grössten Umbau seit Jahrzehnten. Wie der Orange Riese diese Woche an einer Medienkonferenz bekannt gab, sollen die zehn Regionalgenossenschaften zu einer Einheitsgenossenschaft verschmelzen. Auslöser sind alarmierende Geschäftszahlen, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt: Zwischen 2024 und 2025 verlor jede einzelne Regionalgenossenschaft Umsatz.
Gleichzeitig geraten die rund 660 Migros-Filialen gegenüber der Konkurrenz unter Druck. Lidl gewinnt Marktanteile, obwohl der Discounter in der Schweiz lediglich 193 Filialen betreibt.
Bisherige Massnahmen brachten keine Wende
Versucht hat die Migros schon einiges. 2023 schuf sie die Supermarkt AG, um Einkauf, Marketing und weitere Aufgaben zu bündeln. Zudem wurde gespart, und Regionalgenossenschaften trennten sich von Beteiligungen. Auch ein Kompromiss scheiterte: Diskutiert wurde zwischenzeitlich, die Zahl der Regionalgenossenschaften auf drei bis fünf zu reduzieren, wie es im Bericht der «NZZ am Sonntag» heisst. Doch grosse und finanziell erfolgreiche Regionen wollten kleinere, teilweise defizitäre Genossenschaften nicht übernehmen.
Mehr zu diesem Thema
Beschlossen ist die Fusion aber noch lange nicht. Im Sommer 2027 kommt es zur Urabstimmung. Dabei muss in jeder der zehn Regionen eine Zweidrittelmehrheit zustimmen. Zudem muss mindestens ein Viertel der registrierten Mitglieder teilnehmen. Widerstand erwartet die Migros vor allem in der Westschweiz und im Tessin. CEO Mario Irminger hat mehrfach betont, dass es keinen Plan B gebe.
Genossenschafter sollen profitieren
Um die 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter für die Reform zu gewinnen, setzt die Migros laut den Recherchen der «NZZ am Sonntag» auf eine direkte Gewinnbeteiligung. Künftig sollen Mitglieder stärker belohnt werden, die Angebote im ganzen Migros-Konzern nutzen, etwa bei der Migros Bank, Activ Fitness, Medbase, Digitec oder Denner. Die Details sind noch offen. Der Grundsatz einer Gewinnbeteiligung sei aber entschieden.
Wie würdest du die mögliche Gewinnbeteiligung der Migros nutzen?
Wie viel das ausmachen könnte, zeigt ein Rechenbeispiel eines Kadermitglieds: Bei einem Gewinn von 600 Millionen Franken und einer Ausschüttung von 30 Prozent würden 180 Millionen Franken verteilt. Das entspräche rund 80 Franken pro Genossenschaftsmitglied. Damit könnte die Gewinnbeteiligung zu einem zentralen Argument im Abstimmungskampf werden.
Jede Person kann bei der Migros Genossenschafterin oder Genossenschafter werden. Dafür reicht der Erwerb eines regionalen Anteilsscheins und kostet «einmalig 10 Franken», wie die Migros auf ihrer Webseite schreibt.
Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert
Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt. Erfahren Sie dank des Dienstes zuerst, welcher Boss mit dem Rücken zur Wand steht oder ob Ihr Job bald durch einen Roboter erledigt wird. Abonnieren Sie hier den Wirtschafts-Push (funktioniert nur in der App)!
So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus.
Social Media
Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
