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Thursday, October 22, 2026

Das stört Patienten auf Schweizer Notfallstationen

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  • Eine neue Schweizer Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede zwischen Notfallpatienten und Patienten mit geplantem Spitaleintritt.
  • Besonders schlecht schneiden Informationen zu Wartezeiten und Erklärungen zum Eintritt ab.
  • Rund 46’000 Patienten wurden für die Untersuchung berücksichtigt.

Wer mit Schmerzen oder gesundheitlichen Beschwerden auf dem Notfall landet, möchte vor allem eines: möglichst schnell wissen, was los ist und wie es weitergeht. Doch genau daran scheint es in Schweizer Spitälern häufig zu hapern.

Eine neue Untersuchung des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) zeigt: Patienten, die über den Notfall ins Spital kommen, bewerten ihre Erfahrungen deutlich schlechter als solche mit einem geplanten Eintritt.

Für die nationale Erhebung wurden die Erfahrungen von rund 46’000 Patienten ausgewertet. Knapp 18’000 von ihnen waren über eine Notfallstation ins Spital gekommen, fast 28’000 wurden geplant aufgenommen. Die Befragung fand zwischen September und November 2025 statt.

Besonders bei Wartezeiten fehlen Informationen

Die grössten Unterschiede zeigen sich ausgerechnet zu Beginn des Spitalaufenthalts. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass Notfallpatienten die Informationen über ihre Wartezeit mit der bestmöglichen Bewertung beurteilen, um 14 Prozentpunkte geringer als bei Patienten mit geplantem Eintritt. Gleichzeitig fällt die Wahrscheinlichkeit einer besonders negativen Bewertung um rund sieben Prozentpunkte höher aus.

Was nervt dich an einem Notfallbesuch im Spital am meisten?

Auch bei verständlichen Erklärungen zum Spitaleintritt schneiden die Notfallstationen schlechter ab. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit für die bestmögliche Bewertung um 10,9 Prozentpunkte tiefer. Bei der Pünktlichkeit beträgt der Unterschied 8,3 Prozentpunkte.

Doch nicht nur die Wartezeiten sorgen für schlechtere Bewertungen. Auch die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten, die Verfügbarkeit der Ärzteschaft und der Umgang mit Sorgen und Ängsten werden von Notfallpatienten weniger positiv beurteilt.

Notfallpatienten fühlen sich weniger gut begleitet

Besonders auffällig: Die Unterschiede zeigen sich in sämtlichen acht untersuchten Themenbereichen. Selbst wenn Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, Geschlecht, Versicherungsklasse und das behandelnde Spital berücksichtigt werden, bleibt der Zusammenhang bestehen.

Die Studienautoren weisen allerdings darauf hin, dass Notfallpatienten häufig in einer schwierigeren gesundheitlichen Situation sind. So ist der Anteil der über 80-Jährigen unter ihnen mehr als doppelt so hoch wie bei geplanten Eintritten.

Die Untersuchung kann nicht abschliessend erklären, weshalb Notfallpatienten schlechtere Erfahrungen machen. Die Autoren betonen jedoch, dass gerade die erste Phase eines Spitalaufenthalts besonders sensibel sei. Während Patienten möglichst rasch Antworten und Sicherheit benötigen, muss das Personal medizinische Notfälle nach Dringlichkeit behandeln.

Der Weg zum Notfall ist signalisiert, der Ablauf danach oft weniger klar. Das zeigt eine Befragung von rund 46’000 Patienten in Schweizer Spitälern.

Der Weg zum Notfall ist signalisiert, der Ablauf danach oft weniger klar. Das zeigt eine Befragung von rund 46’000 Patienten in Schweizer Spitälern.20 Minuten

Spitäler sollen Patienten besser informieren

Für die Studienautoren ist deshalb klar: Nicht nur kürzere Wartezeiten könnten die Situation verbessern, sondern auch eine verständlichere Kommunikation. Patienten müssten besser darüber informiert werden, weshalb andere Personen vor ihnen behandelt werden und wie der weitere Ablauf aussieht.

Als mögliche Massnahmen nennen sie etwa verbesserte Abläufe bei der Ersteinschätzung, verständliche Erklärungen zur medizinischen Dringlichkeit oder digitale Informationsbildschirme in Wartebereichen.

Denn die Ergebnisse zeigen vor allem eines: Entscheidend ist nicht nur, wie schnell Patienten behandelt werden, sondern auch, wie gut sie sich während ihres Spitalaufenthalts informiert und begleitet fühlen.

Wie hast du den Notfall erlebt?

Musstest du auf einer Schweizer Notfallstation lange warten, ohne zu wissen, wann du behandelt wirst? Hast du dich schlecht informiert oder nicht ernst genommen gefühlt? Oder hast du besonders positive Erfahrungen gemacht? So oder so: Erzähl uns davon unten im Formular!

Deborah Gonzalez

Deborah Gonzalez (dgo) arbeitet seit 2021 bei 20 Minuten. Sie ist Stellvertretende Ressortleiterin Gesellschaft & Community.

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