Swiss muss Ticket-Preise erhöhen

- Passagiere müssen bei der Swiss mit teureren Billetten rechnen, im Extremfall fallen sogar Flüge aus.
- Grund sind die gestiegenen Ölpreise: Kerosin ist laut CEO Jens Fehlinger der grösste Kostenposten.
- Die Absicherung des Treibstoffpreises sinkt von 80 Prozent bis Ende Jahr auf 50 Prozent zu Beginn des nächsten Jahres.
Swiss-Chef Jens Fehlinger ist zufrieden mit den Zahlen seiner Airline – grundsätzlich. In der «SonntagsZeitung» sagt er, dass die Fluggesellschaft natürlich von der gesunden Wirtschaft und dem guten Heimmarkt in der Schweiz profitiere. «Aber andere Airlines in Europa sind finanziell erfolgreicher», so Fehlinger, der die Swiss seit 2024 führt.
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Und er macht klar: «Wir würden gerne wachsen.» Aber es gebe aktuell drei grosse Hindernisse, die das erschwerten.Da sind zum einen die jüngst enorm gestiegenen Ölpreise. «Das trifft uns hart», so Fehlinger im Interview mit der Zeitung, «denn Kerosin ist unser grösster Kostenposten.»
«Kunden sind bereit, einen Teil der Mehrkosten zu bezahlen»
Zwar habe die Swiss den Kerosinpreis abgesichert – sich also schon vor längerer Zeit mit den Treibstoffverkäufern auf einen Preis geeinigt, der deutlich unter dem heutigen Niveau liegt. Bis Ende dieses Jahres sind laut Fehlinger 80 Prozent so abgesichert. Für Anfang des nächsten Jahres sind es allerdings lediglich noch 50 Prozent. Das bedeute, «dass wir die gestiegenen Kerosinkosten über höhere Ticketpreise kompensieren müssen».
Wie stark die Ticketpreise nach oben gehen, vermag Fehlinger nicht im Detail zu sagen. Das hänge davon ab, wie viele Sitze die Swiss anbiete und wie viele Leute fliegen wollten. Im Extremfall könnten sogar Flüge ausfallen. Aber: «Wir sehen momentan, dass unsere Kunden bereit sind, einen Teil der Mehrkosten zu bezahlen», so der Airline-Chef.
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Und was sind die anderen beiden Probleme, die das Wachstum erschweren? Fehlinger: «Viele Lufträume sind wegen der internationalen Krisen geschlossen.» Und dann gebe es noch Spätfolgen der Coronapandemie. Die Lieferketten seien noch immer nicht vollständig wiederhergestellt. Besonders bei Triebwerken führe das dazu, dass Flugzeuge länger am Boden blieben, «als uns lieb ist». Dazu komme, dass die Swiss zwar genügend Piloten habe, diese aber nicht immer auf den Flugzeugtypen einsetzen könne, auf denen sie benötigt würden.
Im «SonntagsBlick» spricht der Swiss-CEO noch einen weiteren Knackpunkt an: der Gesamtarbeitsvertrag zwischen der Swiss und den Swiss-Piloten, der Ende dieses Jahres ausläuft. Gemäss dem Bericht gibt es noch keine Einigung, was auf einen Streik hinauslaufen könnte. Aber, so Fehlinger im «SonntagsBlick»: «Ein Streik wäre für niemanden gut. Nicht für unsere Gäste, nicht für unsere Pilotinnen und Piloten und auch nicht für die vielen anderen Mitarbeitenden. Deshalb wollen wir eine Lösung am Verhandlungstisch finden.» Man sei einen Schritt auf die Piloten zugegangen, indem man sicht nicht gegen eine externe Moderation oder Mediation stelle.
Yasmin Rosner (roy), Jahrgang 1980, arbeitet seit 2017 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.
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