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Tuesday, September 29, 2026

Felssturz im Schächental: «Plötzlich wurde es komplett dunkel»

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  • Am Gross Ruchen im Schächental (UR) lösten sich rund 2000 Kubikmeter Fels und erzeugten eine riesige Staubwolke.
  • Die Wolke war bis ins Urner Reusstal sichtbar und zog über bewohnte Gebäude hinweg.
  • Beizli-Besitzerin Pia und Gemeindepräsident André Bissig teilen ihre Eindrücken.
  • Als Ursache für den Felssturz vermutet der Kanton Uri das hitzebedingte Schmelzen von unterirdischem Eis.

«Kurz vor vier Uhr wurden wir vom Lärm des Gerölls geweckt», erzählt Pia, die das Brunnialp-Beizli im Schächental führt. Von Weitem habe sie die riesige Wolke am Montagmorgen gesehen. «Dank des Mondlichts konnten wir beobachten, wie sie genau auf uns zukam.»

Sie habe rasch erkannt, dass sich keine grossen Felsbrocken mehr in der Wolke befanden. «Die waren bereits alle zerschlagen. Es war zum Glück nur noch Staub.» Als die Staubwolke über ihr Haus hinwegzog, sei es plötzlich komplett dunkel geworden. «Das war kein schönes Gefühl.»

Der feine Staub sei inzwischen überall: «Er kam durch jede Ritze rein und klebt zum Teil auch an den Wänden.» Wegen des Staubs und der anhaltenden Trockenheit meint Pia: «Bald ist Saisonende, doch jetzt wäre Regen schön.»

«Klar kann das in einer solchen Region immer passieren.»

André Bissig, Gemeindepräsident Unterschächen

Am Tag nach dem Felssturz erzählt André Bissig, Gemeindepräsident von Unterschächen: «Ich kann mich nicht erinnern, dass es so etwas hier schon mal gegeben hat.» Glücklicherweise sei niemand zu Schaden gekommen. Der Felssturz sei in einem lokalen Gebiet unterhalb der Senkung am Gross Ruchen passiert, das kaum bewohnt ist.

Bissig sieht der Situation deshalb relativ gelassen entgegen: «Klar kann das in einer solchen Region immer passieren.» Auch im Tal in Unterschächen habe man am Montag gesehen, wie die Staubwolke vorbeizog. Gehört habe man hier allerdings nichts – zumal der Felssturz auch morgens um 4 Uhr geschah. «Zu sehen, wie die obere Region voller Staub bedeckt ist, ist schon eindrücklich», sagt der Gemeindepräsident gegenüber 20 Minuten.

Gemeindepräsident André Bissig ist froh, dass durch den Felssturz niemand zu Schaden gekommen ist.

Gemeindepräsident André Bissig ist froh, dass durch den Felssturz niemand zu Schaden gekommen ist.20min/Lisa Arnold

2000 Kubikmeter Fels lösten sich

Wie der Kanton Uri mitteilt, lösten sich am frühen Montagmorgen auf 2900 Metern Höhe an der Nordwand des Gross Ruchen rund 2000 Kubikmeter Fels. Der Abbruch verursachte eine Staubwolke, die bis ins Urner Reusstal sichtbar war.

Als Hauptursache wird das hitzebedingte Schmelzen von unterirdischem Eis vermutet. Menschen, Gebäude und Infrastruktur wurden nicht beschädigt. Aus der aktuellen Abbruchstelle werden keine weiteren grossen Felsstürze erwartet.

Für das umliegende Alpgebiet bestehe derzeit keine Gefährdung, so der Kanton. Trotzdem könnten sich am Gross Ruchen jederzeit erneut Felsmassen lösen. Das Gebiet entlang des Hangfusses sowie die Ruchennordwand und die Ruchenchälen sollten zurzeit nicht betreten werden.

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Flurin Pestalozzi

Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.

Lisa Arnold

Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.

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