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Tuesday, September 15, 2026

Experte: Kommen einem KI-GAU immer näher

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"Was man definitiv sagen kann, ist, dass wir einem KI-GAU immer näherkommen", warnt der IT-Experte Dennis-Kenji Kipker. Man dürfe die Begrenzung von KI nicht allein den Unternehmen überlassen.

14.09.2026 | 5:33 min

Cybersicherheitsexperte Dennis-Kenji Kipker betonte im ZDF-Morgenmagazin, dass er konkrete Zeitangaben kritisch sehe, da sie aus seiner Sicht "empirisch nicht belegbar" seien. Die Gefahr sei aber durchaus real:

Was man aber definitiv sagen kann, ist, dass wir einem KI-GAU immer näherkommen.

Dennis-Kenji Kipker, Professor am Cyber Intelligence Institute (CII)

Der Professor am Cyber Intelligence Institute (CII) verglich die Entwicklung mit einem Kartenhaus: "Wir bauen immer höher, immer schneller das KI-Kartenhaus. Und je mehr Bestandteile wir in Systeme einschieben, umso größer ist auch das Risiko." Betroffen seien etwa die Energieversorgung, kritische Infrastrukturen, Logistik, Lieferketten, die Finanzmarktinfrastruktur bis hin zu militärischen Waffensystemen.

Chefs großer KI-Firmen sprechen sich dafür aus, die Entwicklung neuer KI-Modelle zu verlangsamen. Ohne Bremse warnen sie vor fatalen Folgen.

13.09.2026 | 2:52 min

Kipker warnt vor KI-Angriffen auf kritische Infrastruktur

Auf die Frage, was ein "Super-GAU" (GAU = "größter anzunehmender Unfall") konkret bedeuten würde, nannte Kipker zwei Szenarien: Zum einen könnten KI-gestützte Systeme in kritischen Infrastrukturen ausfallen, was direkte Folgen für die Bevölkerung hätte.

Zum anderen beobachte man verstärkt, dass Cyberkriminelle und Cyberterroristen die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz missbräuchlich nutzten, etwa um Computersysteme von kritischer Infrastruktur, Staat und Verwaltung anzugreifen.

Globales KI-Wettrennen macht Regulierung schwierig

Ein Problem sieht Kipker auch in der geopolitischen Dimension der Entwicklung: "Das globale KI-Wettrennen ist definitiv gestartet." Während es früher vor allem um Marktkapitalisierung und das Einsammeln von Kapital für die KI-Forschung gegangen sei, rücke nun zunehmend die Sicherheit in den Fokus.

Ein weltweites Entwicklungsmoratorium einzelner Unternehmen hält er dennoch für nicht ausreichend:

Wir können nicht einfach sagen, drei große KI-Unternehmen schließen sich zusammen, beschließen eine Art weltweites KI-Entwicklungsmoratorium, weil natürlich anderswo dann im Stillen weitergearbeitet, weiter geforscht wird.

Dennis-Kenji Kipker, Professor am Cyber Intelligence Institute (CII)

Den Vorstoß der Unternehmen für gemeinsame Sicherheitsstandards bewertet Kipker trotzdem als Schritt in die richtige Richtung, warnte aber vor zu geringer Reichweite: "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber allein den Unternehmen das zu belassen, ist definitiv nicht ausreichend." Er sieht etwa staatliche Beteiligungen an KI-Unternehmen sowie transparentere Meldewege im Vorfallmanagement als einen Weg, um die Technik besser zu kontrollieren.

Die Risiken künstlicher Intelligenz rücken stärker in den Fokus. Nach Hackerangriffen durch KI warnen führende Entwickler vor Gefahren und fordern eine langsamere Entwicklung.

13.09.2026 | 1:58 min

EU als Vorreiterin bei der KI-Regulierung

Bei der Frage, was Deutschland und Europa tun könnten, verwies Kipker auf eine Entwicklung, die lange unterschätzt worden sei:

Man hat die Europäische Union lange Zeit belächelt für die KI-Regulierung.

Dennis-Kenji Kipker, Professor am Cyber Intelligence Institute (CII)

Tatsächlich habe die EU mit dem "KI Act" aber bereits seit mehreren Jahren ein verbindliches Regelwerk vorzuweisen, das etwa bestimmte Hochrisiko-KI-Systeme verbietet - zu einem Zeitpunkt, als andere große KI-Nationen wie die USA oder China noch keine vergleichbaren rechtlichen Leitplanken hatten.

Für Kipker macht das die EU trotz anfänglicher Kritik zu einer Vorreiterin in der Frage, wie sich der rasante technologische Fortschritt rechtlich einhegen lässt.

Quelle: ZDF

Über das Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 14.09.2026 ab 06:30 Uhr.

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