Zu viel Gemüse: Mann landet im Notfall und stirbt fast

- Ein Mann aus den USA ass bis zu 2,7 Kilogramm Randen pro Woche und landete im Notfall.
- Die Kombination aus Randen und einem Medikament hatte bei ihm eine gefährliche Blutstörung ausgelöst.
- Dank einer Behandlung mit Methylenblau erholte sich der Mann schnell. Ihm wurde geraten, seine Ernährung umzustellen.
Randen sind nicht jedermanns Sache. Einem Mann aus den USA schmecken sie aber. Bis zu 2,7 Kilogramm verputzte er pro Woche. Gekocht und in Form von Saft. Das kostete ihn beinahe das Leben, wie Forschende des Department of Emergency Medicine an der University of California berichten.
Schwindel und eine Reihe von besorgniserregenden Befunden
Eines Abends wurde dem 82-Jährigen nach dem Nachtessen plötzlich so schwindelig, dass er in den Notfall musste. Im Spital stellten die Ärztinnen und Ärzte einen Kreislaufkollaps, einen niedrigen Blutdruck und eine Zyanose fest: eine violette bis bläuliche Verfärbung der Haut. Trotz Sauerstoffgabe blieb die Sauerstoffsättigung im Blut bei bedenklich niedrigen 88 Prozent. Bei gesunden Menschen liegt sie zwischen 95 und 100 Prozent. Aussergewöhnlich hoch war dagegen der Methämoglobinwert. Er lag bei 20,9 Prozent und damit auch über der kritischen Grenze. Entsprechend diagnostizierte das Medizinteam eine Methämoglobinämie.
Was verbirgt sich hinter der Diagnose?
Das Team spritzte dem Mann Methylenblau (siehe Box). Daraufhin verbesserte sich der Zustand des Amerikaners schnell: Die Zyanose bildete sich zurück, der Methämoglobinwert normalisierte sich und die Blutsauerstoffsättigung stieg auf 99 Prozent. Und zwar, ohne dass ihm weiter Sauerstoff gegeben wurde. Schon nach kurzer Zeit konnte der Mann aus dem Spital entlassen werden. Ihm wurde geraten, seinen Randenkonsum deutlich herunterzuschrauben.
Was ist Methylenblau?
Methylenblau (MB), auch als Methylthioniniumchlorid bekannt, ist ein synthetischer Farbstoff, der ursprünglich zum Färben von Textilien verwendet wurde. Mittlerweile kommt er in verschiedenen Bereichen zum Einsatz: etwa als Desinfektionsmittel zur Reinigung von Aquarien, aber auch in der Chemie, Biologie und Medizin. MB wird bei Methämoglobinämie als Gegenmittel eingesetzt und beschleunigt die Rückumwandlung des veränderten Hämoglobins.
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Was haben Randen mit dem Fall zu tun?
Die Randen waren nur ein Teil des Problems. Denn nicht nur konsumierte der 82-Jährige sehr viel von ihnen. Er nahm aufgrund seiner schweren koronaren Herzkrankheit auch täglich Isosorbidmononitrat. Das ist ein Medikament, das Nitrat enthält und die Blutgefässe erweitert. Dadurch sinkt der Blutdruck. Genauso wie nach dem Konsum von Randen, die ebenfalls viel Nitrat enthalten.
Magst du Randen?
«Es handelt sich hierbei unseres Wissens nach um den ersten Fall, in dem der Verzehr ganzer Rüben zu Methämoglobinämie führt», so die Medizinerinnen und Mediziner im «Journal of Emergency Medicine». Sie betonen aber, dass es die Kombination von Medikament und Randen gewesen sei, die den Mann in Gefahr brachte. Der Fall verdeutlicht, dass selbst eine als gesund geltende Ernährung in Verbindung mit bestimmten Medikamenten unerwartete Auswirkungen haben kann – insbesondere bei älteren Menschen mit eingeschränkter Herzfunktion.
Auch Kaffee und Hitze können die Wirkung von Medikamenten verändern:
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