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Tuesday, October 20, 2026

ETH forscht im Lötschental – Radar-Drohne soll Naturgefahren in den Alpen früher erkennen

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Der Permafrost schmilzt. Deshalb wird es immer wichtiger, den Alpenraum zu überwachen, um Erdrutsche und Felsstürze vorauszusagen. Damit diese Prognosen möglichst genau sind, probieren Forschende der ETH zum ersten Mal eine Drohne aus, die mit Radar arbeitet.

Verschwommene Drohne vor Berglandschaft mit Bäumen im Hintergrund.
Legende: Eine Drohne ist mit einem Radar ausgestattet, um kleinste Bewegungen von Fels und Gletscher zu messen. Swiss GeoLab

Eine grosse Drohne startet im Walliser Lötschental und fliegt dann über den Oigschtchummun-Gletscher oberhalb von Blatten. Unten an der Drohne hängt ein Radargerät, welches das Gelände mit elektromagnetischen Wellen abtastet.

Auf diese Weise wollen sie die Bewegung des Gletschers messen, sagt Felix Seidel, Geschäftsführer des Swiss Geolab: «Wenn wir den Gletscher 20 Minuten später nochmals erfassen, sehen wir bereits einen ganz kleinen Unterschied.» Das heisst, in dieser Zeit hat sich der Gletscher bewegt und die Forschenden können die Bewegung messen.

Swiss Geolab ist ein Forschungszentrum der ETH Zürich mit Sitz im luzernischen Root.

In den nächsten Jahren soll es ein nationales Zentrum für Erdbeobachtung werden. Das Forschungszentrum soll Daten aus dem All, aus der Luft und vom Boden nutzen. Diese Daten sollen mit künstlicher Intelligenz ausgewertet werden.

Die möglichen Forschungsthemen des Zentrums sind breit gefächert. Von der Früherkennung von Naturkatastrophen wie Bergstürzen, Waldbränden oder Überschwemmungen bis hin zu Prognosen von landwirtschaftlichen Erträgen.

Finanziert wird das Swiss Geolab hauptsächlich durch eine private Stiftung, aber auch der Kanton Luzern beteiligt sich an den Kosten der Infrastruktur.

Normalerweise werden Laser eingesetzt, um Felsbewegungen festzustellen. Der Radar habe aber einen Vorteil gegenüber dem Laser: «Mit dem Radar können wir auch durch Wolken hindurch messen, das ist mit dem Laser schwierig», sagt Seidel.

Das Wallis als Schlüsselkanton

Die ersten Testflüge seien vielversprechend gelaufen, sagt der Geschäftsführer des Swiss Geolab. Man habe die Testflüge bewusst im Lötschental angesiedelt. Der Oigschtchummun-Gletscher ist aktuell gut überwacht, weil er sich bewegt. Somit können die Forschenden die Messungen der Radar-Drohnen mit den normalen Überwachungsdaten vergleichen.

Bei der Überwachung des Alpenraums sind die Drohnen jedoch nur ein Element. Das Swiss Geolab propagiert auch die Überwachung mit Satelliten. Vom Weltraum aus könne man den Alpenraum flächendeckend regelmässig beobachten, um zu schauen, wo sich etwas bewegt.

Ziel ist es, der richtigen Person zum richtigen Zeitpunkt die Daten im richtigen Format zur Verfügung zu stellen, damit die Person eine Entscheidung treffen kann.

«Mit dem Satelliten kann man zwar grosse Flächen abdecken, aber man sieht nicht ins Detail und auch nicht in die steilen Hänge hinein», sagt Felix Seidel. Aber es reiche, um herauszufinden, wo es sich lohnt, noch genauer hinzuschauen. «Als nächster Schritt kommt dann die Drohne zum Einsatz, um eine Felswand oder eine Talflanke zu beobachten.» Ausserdem könnte man mit der Drohne Sensoren im Gelände platzieren, um Bewegungen noch genauer und permanent zu messen.

Daten als Grundlage für Entscheidungen

All diese Daten wollen die Forschenden mit künstlicher Intelligenz aufbereiten, damit sie möglichst einfach von den Behörden genutzt werden können: «Ziel ist es, der richtigen Person zum richtigen Zeitpunkt die Daten im richtigen Format zur Verfügung zu stellen, damit diese eine Entscheidung treffen kann», sagt Felix Seidel.

In den nächsten Monaten wollen die Forschenden des Swiss Geolab deshalb weitere Drohnen zu Gletschern und Geröllhalden schicken.

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Regional Diagonal, 10.10.2026, 12:03 Uhr ;  burs;swak;kobk;rama

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