«Ergebnis kaum verbessert»: Kerosin-Preis frisst den Swiss-Gewinn

- Die Swiss steigert in den ersten neun Monaten 2026 ihren Ertrag um 5,3 Prozent auf 4,38 Milliarden Franken.
- Das operative Ergebnis liegt mit 421,4 Millionen Franken aber nur rund 10 Millionen über dem Vorjahr.
- Grund ist das Kerosin, das doppelt so teuer ist wie zu Jahresbeginn.
- CEO Jens Fehlinger spricht von einem «Übergangsjahr»; auch 2027 dürfte der Kerosinpreis belasten.
Die Swiss hat in den ersten neun Monaten 2026 ein operatives Ergebnis von 421,4 Millionen Franken erzielt. Das sind rund 10 Millionen mehr als im Vorjahr – praktisch eine Stagnation, obwohl die Erträge um 5,3 Prozent auf 4,38 Milliarden Franken stiegen.
Der Grund ist der Treibstoff. Kerosin ist heute doppelt so teuer wie zu Jahresbeginn und liegt wieder nahe den Höchstständen vom Ausbruch des Irankriegs.
«Der zusätzliche Ertrag entsprach in etwa dem Mehraufwand für Treibstoff», sagt Finanzchef Dennis Weber. «Damit konnten wir die höheren Treibstoffkosten zwar weitgehend ausgleichen, unser Ergebnis aber kaum verbessern.»
Weniger Flüge, vollere Flugzeuge
Die Swiss beförderte rund 13,7 Millionen Passagiere, 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Flüge sank um 3 Prozent auf rund 106'500. Die Maschinen waren dafür leicht besser ausgelastet.
Dahinter stehen Engpässe bei Pilotinnen und Piloten sowie bei den Triebwerken der Kurzstreckenflotte. Gut lief das Frachtgeschäft: Swiss WorldCargo profitierte von starker Nachfrage auf den Asienstrecken.
Bei der Pünktlichkeit zeigt sich ein gemischtes Bild. 69 Prozent der Flüge starteten pünktlich, 0,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Stabilität des Flugbetriebs sank dagegen auf 96,9 Prozent. Vor allem Extremwetter im Sommer machte dem Unternehmen zu schaffen.
«Ein Übergangsjahr»
Im vierten Quartal dürfte der Kerosinpreis noch stärker belasten als zuletzt – und auch 2027 drücken.
«Die Nachfrage bleibt hoch, unsere Flugzeuge sind gut gebucht. Um langfristig erfolgreich zu sein, können wir uns jedoch nicht darauf verlassen», sagt CEO Jens Fehlinger. Steigende Kosten bei Kerosin, Wartung und Personal blieben eine Herausforderung. 2026 sei deshalb «ein Übergangsjahr», um die Weichen zu stellen.
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Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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