Sicherheitslücke bei PHP – Private Server-Betreiber sollten jetzt rasch handeln

Am Mittwoch ist eine IT-Sicherheitslücke bekannt geworden, die potenziell 60 Prozent aller Webseiten betrifft. Wichtig ist, dass auf die auf der Programmiersprache PHP basierenden Server umgehend ein Sicherheitsupdate aufgespielt wird – was bei professionellen Anbietern bereits geschehen sein dürfte. Die Hintergründe kennt SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren.
Jürg Tschirren
Digitalredaktor
Jürg Tschirren hat Zeitgeschichte und Journalismus studiert. Er arbeitet seit 2007 als Digital Redaktor für SRF und berichtet über IT, Kommunikation, Künstliche Intelligenz, soziale Netzwerke, digitale Distribution, Unterhaltungselektronik, Datenschutz und Computersicherheit.
Wen betrifft die Sicherheitslücke?
Sie betrifft PHP – das ist eine Programmiersprache, die auf vielen Webservern läuft. Laut Schätzungen haben mehr als 60 Prozent aller Webseiten irgendwie mit PHP zu tun. PHP kommt bei bekannten Anwendungen wie Wordpress oder dem Content-Management-System Drupal zum Einsatz, aber auch bei Mediawiki, der Software hinter Wikipedia. Die am Mittwoch bekannt gewordenen Sicherheitslücken machen es Angreifern möglich, eigenen Code auf einem Webserver auszuführen und den Server unter Umständen sogar zu übernehmen. Es gibt aber ein Sicherheitsupdate, das die Sicherheitslücke schliesst.
Der Cloud-Dienstleister Cloudflare hat Millionen von Angriffsversuchen festgestellt, nachdem die Schwachstelle bei PHP am Mittwoch veröffentlicht worden war. In den zehn Stunden vor der öffentlichen Bekanntgabe der Sicherheitslücke habe man Tausende von Versuchen, die Schwachstelle auszunutzen, registriert. In den 45 Minuten nach der Bekanntgabe stieg diese Zahl laut Cloudflare auf Zehntausende und innerhalb von zwei Stunden auf Hunderttausende. Inzwischen seien es Millionen Angriffsversuche.
Die Entwickler der Programmiersprache PHP hatten am Mittwoch dringend benötigte neue Sicherheitsupdates für Schwachstellen veröffentlicht, die jahrelang unentdeckt in der Software vorhanden gewesen waren. Die Sicherheitslücken wurden mithilfe künstlicher Intelligenz aufgedeckt. Alle PHP-Nutzer wurden «dringend aufgefordert, umgehend zu aktualisieren». (reuters)
Warum wurden manche Webseiten vom Netz genommen?
Solange die Sicherheitslücke bei PHP nicht geschlossen ist, kann eine Webseite angegriffen werden. Darum wurden manche Webseiten vorübergehend vom Netz genommen, bis das Sicherheitsupdate eingespielt war. Die Webseite, beziehungsweise den Server, vom Netz zu nehmen, hilft aber nur, wenn der Server nicht vorher schon angegriffen worden ist. Sicherheitsverantwortliche müssen ihre Services deshalb auf mögliche Hinweise prüfen, bevor sie den Server wieder ans Netz stellen.
Ist das Problem mit dem Update gelöst?
Bei den neuesten Versionen von PHP ja. Das betrifft die meisten grossen Anwendungen wie Wordpress. Doch es gibt weltweit noch viele Webserver, die mit älteren PHP-Versionen hantieren – und für diese älteren Versionen gibt es kein Update. Wer also eine alte PHP-Version betreibt, muss den Server eigentlich vom Netz nehmen, bis er auf die neueste Version von PHP umgestellt hat.
Müssen Betreiber von privaten Webseiten etwas unternehmen?
Die meisten Privatpersonen und Vereine mieten ihren Speicherplatz für Wordpress oder andere Anwendungen bei einem Hoster. Und da muss man sich jetzt einfach darauf verlassen, dass die dortigen Sicherheitsverantwortlichen ihre Arbeit gut machen. Wenn man unsicher ist, ob dort alles sicher ist, kann man beim Hoster nachfragen. Viele Hoster geben auf ihren Webseiten den aktuellen Status an – also, ob sie das Update schon eingespielt haben. Wer für seine Wordpress-Inhalte aber einen eigenen Server betreibt, muss PHP selbst aktualisieren. Und vielleicht sollte er oder sie danach zur Sicherheit auch alle Passwörter ändern.
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