Jetzt wollen Walensee-Dörfer den Ansturm bremsen

Zu viele Touristen!
Jetzt wollen Walensee-Dörfer den Ansturm bremsen
In Amden SG und Weesen SG am Walensee wehren sich Einwohnerinnen und Einwohner gegen zu viele Touristen. Sie sehen Natur und Landschaft in Gefahr. Jetzt reagiert die Gemeinde.
Publiziert: 08:48 Uhr
Aktualisiert: vor 24 Minuten
- In Amden und Weesen SG fordert eine Petition bessere Tourismus-Steuerung
- Über 500 Unterschriften wegen wachsender Belastung durch Verkehr und Naturverschleiss
- Schweizweit Kritik: Iseltwald BE verlangt Eintritt, Luzern schränkt Touristen ein
Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik
Einst war der Tourismus die Wirtschaftshoffnung für abgelegene Gebiete. Wirtschaftlich bedeutend ist er noch immer. Aber zunehmend werden Touristinnen und Touristen in der Schweiz als nervendes Übel angesehen. Landauf, landab gibt es Klagen über Übertourismus.
Jetzt auch am Walensee: In Amden SG und Weesen SG haben Einwohnerinnen und Einwohner eine Petition eingereicht. Sie fordern eine bessere Steuerung des Tourismus, weniger Verkehr und mehr Schutz für Natur und Landschaft.
«Unsere Region ist ein einzigartiger Lebensraum – geprägt von Natur, Ruhe und einer Lebensqualität, die wir schützen müssen. In den letzten Jahren hat der stetig wachsende Tourismus jedoch zu einer deutlichen Belastung geführt», schreiben die Petitionäre. «Die Infrastruktur stösst an ihre Grenzen, die Natur leidet unter Übernutzung.» Die Region wirbt mit «atemberaubenden Ausblicken und vielfältigen Outdoor-Aktivitäten» um Touristen.
Schweizweit gibt es Groll
Der Gemeinderat von Weesen hat nun auf die über 500 Unterschriften reagiert. «Gemeinsam mit der Gemeinde Amden soll ein Workshop für interessierte Personen aus der Bevölkerung organisiert werden», schreibt die Gemeinde auf ihrer Homepage. «Dabei sollen die Anliegen der Bevölkerung aufgenommen und mögliche Lösungsansätze diskutiert werden.»
Wegen einer koreanischen Netflix-Serie wurde Iseltwald BE von Tausenden koreanischen Gästen überrannt. Die Gemeinde baute ein Drehkreuz am Steg, der so gefragt war. Wer ein Selfie machen will, muss zahlen. Der Luzerner SP-Nationalrat David Roth forderte einst ein Rollkoffer-Verbot in der Stadt, weil ihn die Touristenmassen störten. Das Luzerner Seebad schränkte den Zugang für ausländische Touristengruppen ein, weil der Andrang zu gross war.
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