Frankreich unter Schock – grosse Krawalle bleiben aus

Spezialeinheit wieder im Einsatz
Frankreich droht neue Krawallnacht
Nach schweren Ausschreitungen am Samstag eskaliert die Situation am Sonntag erneut. Es kommt zu Plünderungen, Angriffen auf Polizisten und Bränden.
Publiziert: 18.10.2026 um 18:13 Uhr
Janine EnderliRedaktorin News
Es waren krasse Bilder: In der Nacht auf Sonntag wurde Frankreich von einer Welle der Gewalt erschüttert. Ein Rathaus stürzte ein, Geschäfte wurden geplündert und Autos brannten komplett aus. Nun droht sich dieses Szenario zu wiederholen.
Am Sonntagabend kommt es in Paris erneut zu Sachbeschädigungen und Angriffe auf Polizeiautos. In Videos ist zu sehen, wie junge Menschen mit Eisenstangen gegen die Fassaden von Geschäften schlagen sowie ein stehendes Polizeifahrzeug attackieren.
Spezialeinheit wieder im Einsatz
Auf dem berühmten Place de la République versammelten sich bereits am Nachmittag Dutzende Menschen als Reaktion auf Aufrufe in den sozialen Netzwerken, die dazu aufforderten, «die Bewegung fortzusetzen».
Aufgrund der zunehmenden Spannungen wurde auch die CRS 8, eine auf die Bekämpfung städtischer Gewalt spezialisierte Polizeieinheit, zur Verstärkung auf den Platz entsandt.
Barrikaden brennen
Auch in anderen Teilen der französischen Hauptstadt kam es zu Zwischenfällen. Im Bereich des Canal Saint-Martin hielten sich Gruppen junger Demonstranten auf, die zuvor von der Place de la République gekommen waren. Die Feuerwehr musste dort mehrfach wegen Bränden ausrücken, während die Polizei den Bereich regelmässig kontrollierte.
In Marseille drehten am Sonntagabend erneut Plünderer ihre Runden. Fahrzeuge wurden in Brand gesetzt.
Doch nicht nur in Metropolen wie Paris und Marseille eskalierte es. In verschiedenen französischen Städten brannten Barrikaden nieder und die Protestler richteten riesige Zerstörung an. In der Ortschaft Limoges stürzte das Rathaus ein und in Mülhausen wurde eine 17-Jährige so schwer am linken Auge verletzt, dass sie es trotz einer Notoperation dauerhaft verlor.
Angesichts der anhaltenden Unruhen hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) am Sonntagabend um 20 Uhr an die Bevölkerung gerichtet. «Nichts rechtfertigt, was geschehen ist», so Macron. «Heute Abend empfinden wir Scham und Wut.» Es sei zu «beispielloser Gewalt gegen die Polizei gekommen», betonte der Präsident. Für Macron müsse die Justiz «ein Exempel statuieren» und die Täter müssten «bezahlen». Er habe seine Regierung aufgefordert, sicherzustellen, dass so etwas «nie wieder vorkommt».
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.