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Saturday, October 24, 2026

150 Jahre ungelöst – jetzt kommen Forscher Leiche auf die Spur

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  • Die Leiche im römischen Sarkophag von Westminster Abbey ist nach 150 Jahren wohl einem Abt zuzuordnen.
  • Der Sarkophag wurde 1869 entdeckt
  • Zwei Äbte kommen infrage: Ælfwig oder Wulfnoth.

150 Jahre lang gab die Leiche im römischen Sarkophag von Westminster Abbey Rätsel auf. Nun ist klarer, wer darin bestattet wurde – auch wenn die Identität nicht abschliessend geklärt ist.

Archäologen hatten die Überreste 1869 auf dem Gelände der Londoner Kirche entdeckt. Eine Inschrift wies zunächst auf einen wohlhabenden Römer namens Valerius Amandinus hin, der zwischen 300 und 400 n. Chr. in London gelebt haben soll. Doch ein lateinisches Kreuz auf dem Deckel, das ins 10. oder 11. Jahrhundert datiert wird, weckte Zweifel: Offenbar war der Sarkophag Jahrhunderte später erneut verwendet worden.

Der Schädel des Skeletts zeigt deutliche Beschädigungen: Die Forscher werteten die Spuren bei ihrer Untersuchung des Knochenmaterials aus.

Der Schädel des Skeletts zeigt deutliche Beschädigungen: Die Forscher werteten die Spuren bei ihrer Untersuchung des Knochenmaterials aus.Pre-Construct Archeology

Ein Team um Warwick Rodwell, beratender Archäologe von Westminster Abbey, hat die Funde nun eingehend untersucht. Nach Ansicht der Experten kommen zwei Äbte der damaligen Benediktinerabtei infrage: Ælfwig, der um 1020 starb, oder sein Nachfolger Wulfnoth, der um 1049 verstarb.

Warum Ælfwig eher infrage kommt

Das Skelett stammt von einem etwa 1,75 Meter grossen Mann, der im Alter zwischen 35 und 49 Jahren starb. Rodwell hält Ælfwig für den wahrscheinlicheren Kandidaten. Zwar sind die Geburtsdaten beider Geistlicher nicht bekannt, doch Ælfwig könnte bei seiner Ernennung Anfang 20 gewesen und kurz vor seinem 50. Geburtstag gestorben sein. Zudem war er bereits Mönch in Westminster – ein Umstand, der für ihn spricht.

Ein wichtiges Indiz ist der hochwertige Sarkophag. Der Verstorbene war zunächst in einem Holzsarg bestattet worden, der später in den steinernen Behälter gestellt wurde. Dieser Sarg ist längst vergangen, hinterliess jedoch rechteckige Kalkspuren – ein bei Bestattungen verwendetes Material.

Der Sarkophag mit dem nachträglich eingravierten Kreuz ist heute in den «Queen’s Diamond Jubilee Galleries» der Westminster Abbey ausgestellt.

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Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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