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Friday, November 6, 2026

US-Wirtschaft – «Die Zölle haben die Preise in den USA nach oben getrieben»

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US-Präsident Trump hat bekanntlich auch in der zweiten Amtszeit die Importzölle für Länder, die Produkte in die USA verkaufen wollen, angehoben. Er hat dies auch in der Hoffnung getan, dass dies dem Staat mehr Einnahmen bringe und dass so die Staatschulden gesenkt werden können. Experte David Dorn von der Universität Zürich sagt, ob er seine Ziele erreicht hat.

David Dorn

Professor für Globalisierung und Arbeitsmärkte an der Universität Zürich

David Dorn ist UBS-Professor für Globalisierung und Arbeitsmärkte an der Universität Zürich. Er leitet den universitären Forschungsschwerpunkt zum Thema Chancengleichheit. Ausserdem ist er Mitglied der Swiss National Covid-19 Science Task Force des Bundes.

Seine Forschung verbindet die Bereiche Arbeitsmarktökonomie, internationalen Handel, Wirtschaftsgeographie, Politische Ökonomie und Makroökonomie. Er untersucht insbesondere den Einfluss von Globalisierung und technologischem Wandel auf Arbeitsmärkte und Gesellschaft. Seine Publikationen zählen zu den weltweit meistzitierten ökonomischen Forschungsarbeiten der letzten zehn Jahre.

David Dorn war zuvor ausserordentlicher Professor am Center for Monetary and Financial Studies (CEMFI) in Madrid, sowie Gastforscher an der Harvard University, Boston University, University of Chicago, und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er promovierte an der Universität St. Gallen im Jahr 2009.

SRF News: Haben Trumps Importzölle die Staatsschulden in den USA gesenkt?

David Dorn: Die Zölle tragen ein bisschen dazu bei, das enorme Staatsdefizit der USA zu reduzieren, allerdings nur um etwa 10 Prozent. In den USA ist es unter der republikanischen Regierung enorm schwierig, Steuern zu erhöhen.

Ein Mann im Anzug gestikuliert an einem Schreibtisch vor mehreren Flaggen.
Legende: US-Präsident Donald Trumpn im Oval Office nach den Midterms. Reuters/Elizabeth Frantz

Im Gegenteil, man hat Steuern gesenkt. Um zusätzliche Staatseinnahmen zu generieren, ist es am einfachsten, Importzölle zu verhängen, bei denen man die Menschen im Glauben lassen kann, dass es die Ausländer seien, die für die Staatseinnahmen aufkommen.

Wir haben dies in einer Forschungsstudie für die Zölle aus der ersten Amtszeit untersucht und finden dort keinerlei Anzeichen dafür, dass es Jobs geschaffen hat.

Hat sich Trumps zweites Versprechen bezüglich der Zölle – sie sollten helfen, Industriejobs in die USA zurückzuholen – bewahrheitet?

Bislang sehen wir hierfür kaum Anzeichen. Wir haben dies in einer Forschungsstudie für die Zölle aus der ersten Amtszeit untersucht und finden dort keinerlei Anzeichen dafür, dass es Jobs geschaffen hat. Es hatte aber eine Auswirkung auf die US-Industrien. Sie werden durch Importzölle geschützt und konnten ihrerseits die Preise für ihre Güter erhöhen, weil sie weniger ausländische Konkurrenz haben.

Eines der grossen Wahlversprechen von Trump war, dass er die hohe Inflationsrate nicht nur reduzieren, sondern gar senken könne. Das ist ihm nicht geglückt.

Inwieweit war die Wirtschaftspolitik für die herbe Niederlage der Republikaner ausschlaggebend?

Eines der grossen Wahlversprechen von Trump war, dass er die hohe Inflationsrate nicht nur reduzieren, sondern gar senken könne. Das ist ihm nicht geglückt. Ein Grund hierfür ist, dass die hohen Zölle, die eingeführt wurden, die Preise stark nach oben getrieben haben. Denn anders als versprochen sind es nicht die ausländischen Produzenten, die die höheren Zölle bezahlen, sondern es sind die US‑Konsumenten. Ihre Güter werden teurer. Dazu kommt noch der Irakkrieg, der die Preise an den Tankstellen in die Höhe schnellen liess.

Wird der amtierende US-Präsident die zahlreichen Handelskonflikte weiter anheizen?

Für die Handelskonflikte gibt es inzwischen deutlichen Gegenwind für die US-Regierung. Einerseits hat der Oberste Gerichtshof Anfang des Jahres die anfängliche Begründung der Zölle für verfassungswidrig erklärt. Die Regierung darf nun nicht einfach mehr beliebig Zölle aufgrund eines Notstandgesetzes erlassen. Anderseits können die Demokraten darauf hoffen, obwohl sie nicht die qualifizierten Mehrheiten in den Parlamentskammern haben, dass etwa bei einer Eskalation des Zollkrieges mit Kanada auch republikanische Senatoren sich auf die Seite der Demokraten schlagen würden.

Das Wirtschaftswachstum in den USA ist überproportional stark den vermögenden Personen mit hohen Einkommen zugute gekommen.

Wem kommt das Wirtschaftswachstum der USA von drei Prozent zugute?

Das Wirtschaftswachstum in den USA ist, wenn wir über mehrere Jahrzehnte hinweg über einen längeren Zeithorizont schauen, überproportional stark den vermögenden Personen mit hohen Einkommen zugutegekommen. Das zeigt sich darin, dass die Löhne der Universitätsabgänger stärker gestiegen sind, als diejenigen von Personen ohne Uni-Ausbildung. Es zeigt sich auch darin, dass die Kapitaleinkommen stärker gestiegen sind als die Erwerbseinkommen. Allerdings gilt dieser Zusammenhang nicht mehr so stark: In den letzten Jahren seit der Pandemie haben zeitweise auch die Löhne am unteren Ende der Einkommensverteilung ein relativ gutes Wachstum gezeigt.

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