Schweizer Juso in Paris dabei – jetzt planen sie Demos bei uns

- Schweizer Juso-Vertreter waren bei den Protesten in Paris dabei, darunter Vizepräsident Julien Berthod.
- Die Juso planen für den 20. November einen Jugendstreik mit Kundgebungen in mehreren Schweizer Städten.
- In Frankreich wurden über 1200 Personen festgenommen, Berthod erwartet in der Schweiz aber keine Ausschreitungen.
- Auch die «Anarchistische Gruppe Bern» beteiligte sich an den Protesten in Paris.
Bei den Protesten in Paris, die am Samstag eskalierten, waren auch Schweizer dabei. Darunter der Juso-Vizepräsident Julien Berthod aus dem Kanton Wallis und Antonin Fournier aus dem Vorstand der Neuenburger Juso. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, planen sie, die Protestbewegung auch in die Schweiz bringen.
Die beiden nahmen in Paris an einem Treffen von 27 Organisationen aus mehr als zehn Ländern teil. Das Ziel sei gewesen, einen internationalen Jugendstreik zu organisieren. Dass gleichzeitig die Grossdemonstration stattfand, sei Zufall gewesen, sagt Berthod.
Jugendstreik am 20. November geplant
Am 20. November sollen in mehreren Schweizer Städten Kundgebungen stattfinden. Die Juso koordiniere die Aktionen, die vor Ort selbstständig organisiert werden sollen. «Mit dem Jugendstreik protestieren wir gegen die Militarisierung und die Sparpolitik in Europa», erklärt Berthod gegenüber dem «Tages-Anzeiger».
Ausschreitungen wie in Frankreich erwartet er nicht. Dort wurden am Wochenende mehr als 1200 Menschen festgenommen und mehrere Hundert Polizisten verletzt. Berthod sagt, er habe von der Gewalt nichts mitbekommen, weil er weit vorne an einem bewilligten Demonstrationszug teilgenommen habe.
Juso-Politiker kritisiert französische Regierung
Die Ausschreitungen führt Berthod auf die Verzweiflung vieler Menschen zurück. Die Menschen begingen solche Taten aus Verzweiflung vor der Armut und Prekarität. Er wirft der französischen Regierung vor, die Gewalt einzelner Demonstranten in den Vordergrund zu stellen, um von den eigentlichen Forderungen abzulenken. Zudem behauptet er, Polizisten in Zivil hätten Gewalttaten angezettelt.
Laut dem «Tages-Anzeiger» beteiligte sich auch die «Anarchistische Gruppe Bern» an den Protesten. Sie veröffentlichte Bilder aus Paris, darunter eines mit dem Schriftzug «Free Andi» an einer beschädigten Tür. Gemeint ist die Zürcher Linksextremistin Andrea Stauffacher, die sich am Mittwoch wegen Gewalt und Drohungen gegen Beamte vor Gericht verantworten muss.
Weitere Proteste angekündigt
Am kommenden Wochenende sind in Frankreich weitere Demonstrationen geplant. Auch eine Genfer antifaschistische Gruppe will sich an einer Gegenkundgebung zum Parteitag des Rassemblement National in Orléans beteiligen.
Dem EDA liegen bislang keine Informationen über Schweizer vor, die bei den jüngsten Ausschreitungen festgenommen oder verletzt wurden.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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