ESPNHow Bob Chesney has completely turned around UCLAPunchAdamawa LG chairman dies three months after swearing-inInquirerSandiganbayan grants Romualdez’s motion to sign pre-trial order at QC jailThe Jerusalem PostKamala Harris's husband, Democrat donors privately oppose another presidential run - reportZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioScreen Rant10 Greatest Modern Black And White Horror MoviesColliderMichael Fassbender's 93-Minute Spy Thriller Officially Says Goodbye to StreamingEgypt IndependentTrump thinks he should have won the Nobel Peace Prize. His quest for it is now the butt of the jokeSCMP ChinaChina’s Zhejiang province calls to limit tech giants’ power over online trafficPopular ScienceHow to tell if someone is wearing smart glasses near youRai NewsTG1 Motori del 10/10/2026NOSMeerdere leiders Indiase kakkerlakkenbeweging opgepakt bij demonstratie tegen Modi
The Daily Newsstand · Free, Always
Saturday, October 10, 2026

«Schweizer Staat zu aufwendig, langsam und kompliziert»

Translate

Medtech-Chef sorgt sich um den Standort Schweiz

«Schweizer Staat zu aufwendig, langsam und kompliziert»

Der Standort Schweiz steht unter Druck: Immer mehr Medtech-Firmen verlagern Teile der Produktion ins Ausland. KMU-Chef Raphael Laubscher setzt noch voll auf die Schweiz und erklärt, warum das immer schwieriger wird.

Publiziert: 00:04 Uhr

Im Ausland brummt der Wachstumsmotor der Medtech-Branche. In der Schweiz stottert er gewaltig. Es entstehen kaum noch neue Jobs. Mehr als die Hälfte der Medtech-Firmen beurteilt die Standortattraktivität der Schweiz heute tiefer als vor fünf Jahren. Das zeigt die neuste Branchenstudie vom Verband Swiss Medtech. Was ist bloss los mit dem Standort Schweiz?

«Die Medtech-Branche wächst weiter. Die Frage ist nur wo?», sagt Raphael Laubscher (59) im Gespräch mit Blick. Er führt das 180 Jahre alte Familienunternehmen Laubscher Präzision in sechster Generation. Die nächste Generation sitzt bereits in der erweiterten Geschäftsleitung.

In Täuffelen BE produziert das KMU Kleinstteilchen für die Industrie. Obwohl die Firma in der Uhrenbranche gross geworden ist, steuert die Medtech-Sparte mit über 50 Prozent mittlerweile den Grossteil zu den Einnahmen bei. «In den letzten drei Jahren stagnierte unser Umsatz bei rund 45 Millionen Franken», so Laubscher. Die Firma mit 230 Angestellten ist profitabel unterwegs – Wachstum ist dagegen kaum in Sicht.

Nur noch 200 neue Stellen

Die Schweizer Medtech-Branche verzeichnet für die vergangenen zwei Jahre zwar ein leichtes Wachstum von 5,5 Prozent. Doch das Tempo nimmt rasant ab: Medtech-Unternehmen in der Schweiz schufen in den vergangenen zwei Jahren gerade mal noch 200 neue Jobs. Zum Vergleich: Der Zehnjahresdurchschnitt liegt bei 1500 Stellen, wie Zahlen von Swiss Medtech zeigen. Das Problem: Hersteller haben ihre Produktion seit 2012 stark ins Ausland verlagert. Heute produziert nur noch gut ein Drittel – wie Laubscher – ausschliesslich in der Schweiz.

Die Gründe? «Der Wechselkurs ist das eine, aber auch sonst sind die Kosten für Personal oder Energie deutlich gestiegen», sagt Laubscher weiter. Allein der starke Franken belaste das Geschäft zurzeit mit 10 Prozent.

Da die Schweiz auch jetzt eine deutlich tiefere Inflation hat als ihre Nachbarländer, dürfte der Franken hochbewertet bleiben. Für KMU wie Laubscher Präzision ist das ein erheblicher Nachteil, da sie weniger Einfluss auf die Preise haben und mehr Margendruck ausgesetzt sind.

Steuertechnisch kann die Schweiz nicht mehr so richtig mit dem Ausland mithalten: «Im globalen Steuerwettbewerb hat die Schweiz nicht mehr die gleiche attraktive Position, wie wir sie eine Zeit lang hatten», so der CEO.

Ein weiteres Problem stellen hierzulande die Zulassungsverfahren dar. Die administrativen Hürden sind hoch, die Prüfung braucht viel Zeit. «Die Zulassung muss in der Schweiz einfach schneller möglich sein», fordert Laubscher. «Der Schweizer Staat regelt es in meinen Augen zu aufwendig, langsam und kompliziert.»

Kleinere Kunden weichen aus

Zusätzlich erschweren die hohen US-Zölle seit letztem Jahr das Geschäft. Das KMU macht ein Fünftel des Umsatzes in den USA. «Davon sind wegen der Zölle letztes Jahr 20 Prozent weggebrochen», sagt Laubscher. Auch dieses Jahr verkauft der CEO deutlich weniger in die USA. Mit den grossen bestehenden Kunden konnte sich das KMU zwar einigen.

Aber es sind vor allem die kleineren Kunden, die auf Zulieferer ausserhalb der Schweiz ausweichen. «Der Ruf der Schweiz ist schon, dass wir extrem teuer sind», so Laubscher. Neben der Schweiz zählen die USA und Deutschland zu den wichtigsten Märkten des KMU, wie das in der Branche üblich ist.

Das stimmt den Chef nachdenklich: Für Laubscher ist es unklar, wo sich zukünftig Wachstumschancen ergeben. Keinesfalls sollen Stellen in der Schweiz abgebaut werden. Doch braucht die Firma zusätzliche Kapazitäten, bleibt ihr kaum etwas anderes übrig, als eine zweite Produktion im Ausland aufzubauen – an einem günstigeren Standort. «Dann wären wir breiter aufgestellt, was die Zukunft der Firma als Ganzes stärkt.»

Eine Umfrage von Swiss Medtech zeigt zudem: 43 Prozent der Medtech-Firmen, die hierzulande tätig sind, planen keine Investitionen in der Schweiz. Das sind so viele wie noch nie seit der ersten Erhebung 2016.

«

Was mir am meisten Sorgen macht, ist die Abschottungstendenz und der Protektionismus.

Raphael Laubscher

»

Es braucht freie Marktzugänge

«Was mir am meisten Sorgen macht, ist die Abschottungstendenz und der Protektionismus. Wie komme ich so noch an neue Aufträge?», fragt sich der CEO. Dabei macht das KMU bis zu 80 Prozent des Umsatzes im Ausland. Um die Existenz der Firma zu sichern, ist Laubscher auf neue Projekte und Kunden angewiesen.

«Wichtig wäre jetzt der Abschluss des Bilaterale-III-Pakets mit der EU», so Laubscher. Das würde den Zugang zu anderen Märkten deutlich vereinfachen. Wie man gegen Freihandelsabkommen sein kann, leuchtet dem Chef nicht ein. Trotzdem gibt sich Laubscher zuversichtlich: «Wir werden einen Weg finden, dass es uns auch in 20 Jahren noch gibt.»

View the original on Blick →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.