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Saturday, October 17, 2026

SBB-Manager gönnte sich mit Steuergeldern Lambo und Florida-Haus

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  • Dem Ex-SBB-Manager droht eine mehrjährige Gefängnisstrafe, weil er rund neun Millionen Franken veruntreut haben soll.
  • Die Anklageschrift der Bundesanwaltschaft liegt vor, der Prozess startet Ende Oktober.
  • Wegen der Verjährung nach 15 Jahren ist nur noch eine Summe von etwa fünf Millionen Franken strafrechtlich relevant.
  • Auch seine Schwester und drei Bekannte sind angeklagt, weil sie rund eine Million Franken erhielten.

Seit Dezember 2024 ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen einen ehemaligen SBB-Abteilungsleiter, der zwischen 2007 und 2024 rund neun Millionen Franken seiner Arbeitgeberin veruntreut haben soll. Inzwischen liegt die Anklageschrift vor, über deren Inhalt die CH-Media-Zeitungen am Samstag berichteten.

Dem Mann, heute 54 Jahre alt, droht eine mehrjährige Gefängnisstrafe wegen ungetreuer Amtsführung, gewerbsmässigen Betrugs, schwerer Geldwäscherei und Urkundenfälschung. Seit er 23 war, arbeitete er für die SBB in verschiedenen Positionen.

Das Betrugssystem

Laut den CH-Media-Zeitungen stellte der Angeklagte Rechnungen für fiktive Bestellungen aus. Das Geld wurde auf Konten von Firmen transferiert, die von ihm kontrolliert wurden. Wegen Mithilfe sind auch seine Schwester und drei Bekannte angeklagt. Sie sollen aber nichts von den zwielichtigen Geschäften gewusst haben. Die Bundesanwaltschaft stellt sich auf den Standpunkt, zumindest hätten sie misstrauisch werden sollen, da sie selbst rund eine Million Franken erhielten, ohne zu arbeiten.

Die Buchhaltung der SBB überprüfte lediglich die Übereinstimmung von Lieferant, Bestellnummer und Betrag. Die Rechnungen sollen über mehrere Jahre hinweg jeweils nicht mehr als 50'000 Franken betragen haben. Später soll er in Einzelfällen auch mehr als 100'000 Franken abgezwackt haben. Der Beschuldigte gibt als Motiv «finanzielle Engpässe» an.

Die Einkäufe

In der Anklageschrift ist gemäss CH-Media-Zeitungen auch detailliert aufgeführt, was sich der SBB-Manager mit dem zu Unrecht erworbenen Geld gegönnt hat: ein Grundstück im Kanton Solothurn (450'000 Franken), ein Haus in Florida (435'000 Franken) und 13 Fahrzeuge. Darunter einen Lamborghini Gallardo LP570-4 Blancpain für 400'000 Franken, den es weltweit nur zwölfmal gibt.

Lamborghini Gallardo LP570-4 Blancpain

Lamborghini Gallardo LP570-4 Blancpaincarpassion.com

Der Prozess

Ende Oktober startet der Prozess gegen den geständigen Ex-SBB-Manager und die vier Mitbeschuldigten. Weil Betrug nach 15 Jahren verjährt, ist ein erheblicher Teil des 9-Millionen-Franken-Schadens nicht mehr strafrechtlich verfolgbar. Aktuell wird die strafrechtlich relevante Summe auf fünf Millionen Franken beziffert. Kommt es zu Verzögerungen, könnte die Summe weiter sinken.

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Justin Arber

Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.

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