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Wednesday, September 30, 2026

Riesenzoff um Cristiano Ronaldo – Verbandsboss muss schlichten

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  • Cristiano Ronaldo (41) sass beim 2:1-Sieg Portugals gegen Norwegen neunzig Minuten auf der Bank – eine Seltenheit in seiner Nationalteam-Karriere.
  • Nach dem Spiel boykottierte er das Mannschaftstraining, Verbandspräsident Pedro Proença flog extra nach Kopenhagen, um zwischen Ronaldo und Trainer Jorge Jesus zu vermitteln.
  • Am Dienstagabend sassen die beiden zusammen; ob Ronaldo gegen Dänemark wieder von Beginn weg spielt, ist offen.

Die Verdienste Cristiano Ronaldos für den Fussball und für Portugal sind unbestritten, doch auch am 41-jährigen Ausnahmekönner nagt der Zahn der Zeit langsam, aber sicher. Beim 2:1-Sieg der Portugiesen gegen Norwegen bekam der fünffache Weltfussballer von Nationaltrainer Jorge Jesus eine Zwangspause verordnet, die eine grosse Seltenheit darstellt.

Mit Ausnahme des bedeutungslosen letzten Gruppenspiels an der EM 2008 gegen die Schweiz kam Ronaldo in jedem Pflichtspiel Portugals seit der WM 2006 stets zum Einsatz. Nun sass der egozentrische Stürmerstar im Ullevaal Stadion in Oslo neunzig Minuten draussen und musste sogar die Schmach über sich ergehen lassen, ein Aufwärmen in der zweiten Halbzeit ohne Einsatz zu absolvieren. Zu viel für «CR7», der nach Abpfiff direkt in die Garderobe eilte, ohne sich bei den mitgereisten Fans zu bedanken.

Jesus liess Ronaldo aus taktischen Gründen draussen

Den Stellenwert Ronaldos kennend, wenig überraschend, war das Verhalten des Al-Nassr-Angreifers nach der Partie das grosse Thema bei der Pressekonferenz von Jorge Jesus. Der Nationalcoach der Lusitaner zeigte sich überrascht über Ronaldos Verhalten und argumentierte, warum er seinen Superstar auf der Bank schmoren liess.

41 Jahre alt und noch immer im Nationalteam: Cristiano Ronaldo.

41 Jahre alt und noch immer im Nationalteam: Cristiano Ronaldo.AFP

So könne laut Jesus von Vertrauensverlust in Ronaldo keine Rede sein. Er habe ihm im Vorfeld der Partie einen Teileinsatz in Aussicht gestellt. Doch wegen des Spielverlaufs sei es nicht opportun gewesen, im Sturmzentrum eine Änderung vorzunehmen.

CR7 lässt Team-Trainings sausen

Jesus kündigte an, mit Ronaldo das Gespräch zu suchen und ihn womöglich schon im Spiel gegen Dänemark wieder in die Startelf zu stellen. Der Captain der Seleçao selbst blieb aber seit der Posse von Oslo dem Mannschaftstraining aus fadenscheinig wirkenden Gründen fern.

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Am Montag absolvierte Ronaldo anstelle des regulären Trainings mit seinen Teamkollegen eine Einheit im Stadion-Gym. Am Dienstag betrat er kurz alleine den Rasen beim Trainingsgelände in Malmö und kehrte anschliessend wieder ins Hotel zurück. Der portugiesische Verband begründet dies offiziell damit, dass das Fitnesscenter des Stadions nicht das adäquate Equipment für Ronaldos Training besässe. Ronaldo sei überdies nicht verletzt.

Die diffuse Situation rund um die lebende Fussball-Legende sorgt in Portugal für höchste Alarmstimmung. Verbandsboss Pedro Proença flog wegen der brisanten Causa extra nach Kopenhagen, um zu schlichten. Offenkundig mit Erfolg: Ronaldo und Jesus haben sich gemäss Verband am Dienstagabend zusammengesetzt und über die Angelegenheit mit positiven Ansätzen diskutiert. Ob Ronaldo nun gegen die Dänen am Donnerstagabend wieder von Beginn weg ran darf, bleibt abzuwarten.

Florian Gnägi

Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.

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