Weniger Einnahmen beim Print – Ringier streicht 14 Stellen in der Romandie

- Der Medienkonzern Ringier baut in der Westschweiz 14 Stellen ab, darunter sechs in den Redaktionen.
- Von insgesamt 74 Stellen in der Romandie fällt damit fast jede fünfte weg.
- Betroffen sind das Onlineportal blick.ch (Romandie) sowie die Titel «L’Illustré» und das Wirtschaftsmagazin «PME».
Ringier begründet den Stellenabbau mit dem anhaltenden Wandel im Medienmarkt. Während die digitale Nutzung zunehme, stünden die Einnahmen aus dem traditionellen Print- und Werbegeschäft stark unter Druck, heisst es in der Medienmitteilung.
Künftig sollen die Redaktionen in der Deutsch- und Westschweiz enger zusammenarbeiten und dabei noch mehr auf gemeinsame Technikanwendung und Infrastrukturen setzen. Damit sollen Inhalte und Recherchen schneller zwischen den Sprachregionen ausgetauscht werden können.
Chefredaktor von «PME»-Magazin geht
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Gleichzeitig kommt es zu einem Wechsel an der Spitze des Wirtschaftsmagazins «PME». Chefredaktor Thierry Vial verlässt Ringier. Er leitet das Magazin seit 2015. Über seine Nachfolge soll in den kommenden Wochen entschieden werden.
Mit dem Führungswechsel will Ringier auch das redaktionelle Angebot von «PME» neu ausrichten. Das Magazin soll weiterhin einen Schwerpunkt auf die Westschweizer Wirtschaft legen, zugleich aber globale Entwicklungen, etwa beim Konsumverhalten, in der Gesundheit oder bei der künstlichen Intelligenz, stärker aufnehmen. Zudem soll «PME» enger mit anderen Ringier-Titeln zusammenarbeiten, insbesondere mit den Wirtschaftsmedien des Konzerns. Das Magazin erscheint weiterhin monatlich.
Für die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden komme der Sozialplan von Ringier zur Anwendung. Zusätzlich seien individuell angepasste Massnahmen vorgesehen, teilt der Medienkonzern weiter mit. «Als Medienunternehmen müssen wir vorausschauend auf den Wandel reagieren, um zukunftsfähig zu bleiben», erklärt Ringier-Médias-Suisse-Chefin Ladina Heimgartner.
Gewerkschaften verlangen Marschhalt
Die Gewerkschaft Syndicom und der Berufsverband Impressum kritisieren den Stellenabbau und verlangen einen Marschhalt. Sie fordern Ringier auf, ein Konsultationsverfahren zu eröffnen und gemeinsam mit den Mitarbeitenden und Sozialpartnern nach Alternativen zu Entlassungen zu suchen.
Weniger Personal führe zu mehr Druck, einem Verlust von Know-how und einer weiteren Schwächung des journalistischen Angebots, argumentieren die beiden Organisationen. Nationale Kooperationen könnten zwar sinnvoll sein, dürften aber nicht zulasten der Arbeitsplätze und der regionalen Verankerung gehen.
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