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Sunday, October 4, 2026

Merz mit Militärhilfe im Gepäck in der Ukraine eingetroffen

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"Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns", betonte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz bei seiner Ankunft mit einem Sonderzug in der Hauptstadt Kyjiw. Der Kanzler wird bei seinem nicht angekündigten Ukraine-Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmern aus den Bereichen Rüstung und Energie begleitet.

Russland ruft Ausländer zum Verlassen von Kyjiw auf

Es ist wohl die gefährlichste Reise eines Kanzlers in das Kriegsgebiet seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar 2022. Die russischen Streitkräfte haben in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf Kyjiw und auch auf Personenzüge deutlich verstärkt. Seit einigen Wochen setzt Russland zudem schnelle Jet-Drohnen für Angriffe auf zivile Ziele ein - so auch am Freitag, als die zentralen Brücken in Kyjiw Ziel massiver Attacken waren.

Ukraine Kyjiw 2026 | Eine russische Drohne trifft den Pfeiler einer Brücke
Eine russische Drohne trifft eine Brücke in Kyjiw (am Freitag) Bild: Valentyn Ogirenko/REUTERS

Nur wenige Stunden vor der Ankunft des Regierungszugs in der Drei-Millionen-Metropole warnte das russische Außenministerium ausländische Besucher und Diplomaten vor einem Aufenthalt dort. Sie sollten die Hauptstadt verlassen und sich vor allem nicht in der Nähe von militärischen Objekten und Regierungsgebäuden aufhalten, hieß es in einer Mitteilung aus Moskau.

Abfangdrohnen und Langstreckenraketen

Merz will nach Angaben aus Berliner Regierungskreisen den ukrainischen Streitkräften in Kyjiw die baldige Auslieferung von Tausenden Abfangdrohnen zusichern. Damit soll die Flugabwehr die besonders schnellen und daher auch besonders gefährlichen russischen Kampfdrohnen mit Düsenantrieb bekämpfen. Geplant ist die gemeinsame Produktion verschiedener Drohnentypen, die sowohl in Deutschland als auch in der Ukraine gebaut werden sollen.

Zudem geht es um die gemeinsame Entwicklung und Produktion sogenannter Abstandswaffen mit einer Reichweite von mehr als 1000 Kilometern. Mit diesen könnten Nachschublinien hinter der Front in Russland angegriffen werden.

Hilfspaket umfasst mehr als eine Milliarde Euro

Für die deutschen Unterstützungsmaßnahmen soll eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln freigegeben werden. Geplant sind zudem weitere 350 Millionen Euro für Reparatur und Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke.

In Regierungskreisen in Berlin wurde betont, es gehe nicht nur darum, die Ukraine militärisch zu unterstützen. Die verstärkte Zusammenarbeit nutze auch der Bundesrepublik, weil Geld und Technologie zurück nach Deutschland flössen. 

Ukraine Kyjiw 2026 | "Herzlich willkommen" steht auf einer Tafel, auf der sonst der einlaufende Zug angekündigt wird
Begrüßung auf Deutsch am Hauptbahnhof in Kyjiw Bild: Nick Connolly/DW

Er sei nach Kiew gereist, "weil die Ukraine für die kommenden Wochen all unsere Unterstützung braucht", erläuterte der Kanzler. "Bald beginnt für die Menschen der fünfte Kriegswinter. Russland bombardiert Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke." Die Ukrainer ließen sich aber durch den Terror Russlands nicht unterkriegen. "Ich werde Präsident (Wolodymyr) Selenskyj heute sagen: 'Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen.'"

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