Diese Baustellen warten auf Parmelins Nachfolger

Zoll-Deal, Mieten-Schock und Budliger-Ersatz
Diese Baustellen warten auf Parmelins Nachfolger
Guy Parmelin tritt aus dem Bundesrat zurück. Seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin hinterlässt er einiges an Arbeit.
Publiziert: vor 29 Minuten
Tobias BruggmannRedaktor Politik
Er müsse sein Büro zu Hause in Bursins VD aufräumen, sagte der abtretende Wirtschaftsminister Guy Parmelin (66) auf die Frage, was er denn mit der freien Zeit nun anfangen möchte. In seiner Zeit als Bundesrat hat er viel erreicht – doch einiges zum Aufräumen gibt es auch in seinem Berner Büro. Blick gibt dir die Übersicht.
Der Zoll-Deal mit Trump
Seit August 2025 verhandelt die Schweiz mit US-Präsident Donald Trump (80) über die Zölle. Eine Absichtserklärung gibt es schon lange, nur muss diese in einen fertigen Vertrag gegossen werden.
Auch dort ist man eigentlich schon weit, doch egal, was die Unterhändler dealen: In den USA hebt oder senkt Trump den Daumen. Bislang hat er das noch nicht gemacht, dass er es tut, während Parmelin im Amt ist, scheint unwahrscheinlich.
Die Mieten
Lange Schlangen bei der Wohnungsbesichtigung, hohe Preise in den Inseraten. Mieten und Wohnen ist teuer geworden.
Bundesrat Guy Parmelin hat dagegen hauptsächlich auf runde Tische gesetzt. Und damit nicht viel erreicht. Sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird hier Gegensteuer geben müssen.
Wer wird die neue Helene Budliger Artieda?
Helene Budliger Artieda ist die Staatssekretärin für Wirtschaft. Ob die Verhandlungen zum EU-Deal mit den Gewerkschaften oder der Zoll-Deal – mit ihrer unkonventionellen Art löst sie manch verzwickte Situation. Lange Zeit galten sie und Parmelin als Dreamteam. Doch zuletzt gab es offenbar Meinungsverschiedenheiten, Budliger kündigte per Ende März. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger ist eingeleitet, ob der Entscheid noch durch Parmelin selbst fällt, ist offen.
Die Bauern-Frage
Guy Parmelin hat eine grosse Landwirtschaftsreform angestossen. Ab 2030 sollen Bauern weniger Vorgaben erfüllen müssen, dafür stärker an konkreten Zielen gemessen werden. Dazu weniger Bürokratie und mehr Möglichkeiten. Am Vorschlag gab es viel Kritik, auch aus der SVP. Im Parlament muss der oder die neue Bundesrätin das Projekt verteidigen.
Viele Abstimmungen
Der oder die neue Wirtschaftsministerin muss sich schon kurz nach der Wahl als Abstimmungskämpferin beweisen. Beim Mercosur-Abkommen kündigten Grüne, SP und verschiedene Nichtregierungsorganisationen schon das Referendum an. Den EU-Deal vertritt Parmelin noch im Nationalrat, den Kampf vor dem Volk soll dann ein anderer übernehmen.
Wer das sein wird, darüber gibt es schon viele Spekulationen. Dass auch der oder die Neue das Wirtschaftsdepartement übernimmt, ist nicht klar. So könnte zum Beispiel der jetzige Justizminister Beat Jans (62) das Departement wechseln.
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