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Sunday, October 25, 2026

Einladung aus Gruppenzwang: Wen lädt man zur Party ein?

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Du feierst Geburtstag und möchtest eigentlich nur deine fünf oder sechs engsten Freunde einladen. Dann kommen die Zweifel: Wenn ich diese Person einlade, muss ich dann auch ihre beste Kollegin einladen? Was ist mit der Partnerin deines Kollegen? Du willst nicht, dass sich jemand ausgeschlossen fühlt, und hast keine Lust auf unangenehme Fragen. So werden es schrittweise mehr Menschen. Am Ende hast du 15 Gäste, obwohl du ursprünglich im kleinen Kreis feiern wolltest.

Wie gehst du mit Gruppenzwang bei Einladungen um?

«Es ist nicht deine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich andere wohlfühlen.»

Podcasterin Alex Cooper griff das Thema in ihrem Podcast auf. Ihre Meinung: «Man sollte niemanden einladen, den man eigentlich nicht dabeihaben möchte.» Als Beispiel sprach sie über Hochzeiten. «Es ist nicht die eigene Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich andere wohlfühlen.» Besonders dann, wenn man mit der betreffenden Person bisher kaum Zeit zu zweit verbracht hat und nicht besonders eng mit ihr ist.

In den Kommentaren erzählen viele, wie schwer es ihnen fällt, bei der Gästeliste auf den eigenen Wunsch zu hören. Eine Person schreibt: «Mein Hochzeitstag war der schönste Tag überhaupt. Aber es waren auch Leute dabei, die gar nicht hätten eingeladen werden sollen, weil ich einfach nicht Nein sagen kann.» Andere reagieren deutlich entschiedener: «Es ist dein Tag, auf die Gefühle der anderen kannst du pfeifen.»

Ein weiterer Kommentar bringt die eigene Entscheidung auf den Punkt: «Es ist deine Hochzeit. Mir ist egal, wer du bist: Wenn ich dich nicht mag, bist du nicht eingeladen. Ich habe nicht 50’000 Dollar ausgegeben, um dich glücklich zu machen. Ich habe sie ausgegeben, um mich glücklich zu machen.»

Einladen aus Mitleid? Das sagt die Community

Wir wollten herausfinden, ob Menschen hierzulande das Problem des Gruppenzwangs bei Einladungen kennen und warum es so verbreitet ist. Deshalb haben wir auf der Strasse nachgefragt.

Pablo (27) kennt den Druck. Er meint: «Man versucht, die Sache hinter sich zu bringen und keine schlechte Stimmung zu verursachen. Wenn man eine bestimmte Person nicht einlädt, gilt man schnell als der Böse.»

Pablo (27) will Auseinandersetzungen mit seinen Freunden bestmöglich vermeiden.

Pablo (27) will Auseinandersetzungen mit seinen Freunden bestmöglich vermeiden.20min/ Yasmina Al Dubai

Er will so Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen. «Vor allem dann, wenn die betreffende Person zu einer grösseren Gruppe gehört, lädt man sie am besten trotzdem ein, um eine Konfrontation zu vermeiden.»

Für das Ehepaar Johanna (33) und Michael (33) geht es primär darum, «es allen recht zu machen, den Frieden zu wahren und Auseinandersetzungen zu vermeiden». Allerdings hat das Paar seit der Geburt seiner Kinder weniger Zeit. Ihr Kreis habe sich deshalb dementsprechend verkleinert.

Mel (25) kennt das Problem hingegen kaum. Sie lädt nur Menschen ein, die sie wirklich dabeihaben möchte. «Wer trotzdem Personen einlädt, die man eigentlich gar nicht dabeihaben will, möchte vor allem den Raum füllen und nicht alleine dastehen», sagt sie.

Deine Gästeliste, deine Regeln

Wie sieht das eine Knigge-Expertin? Auf Anfrage erklärt Katrin Künzle: «Wenn eine Einladung sehr kurzfristig ausgesprochen wird, lohnt es sich, zu überlegen, warum sie erst so spät kommt.» Vielleicht sei man nicht die erste Wahl gewesen. «Oder andere Freunde haben nachgefragt, ob man auch eingeladen ist.» Wer das Gefühl habe, nur aus einem Pflichtbedürfnis heraus eingeladen worden zu sein, könne sich freundlich bedanken und absagen.

Über die Expertin

Auf die Frage, ob es fair ist, jemanden nur aus Höflichkeit einzuladen, antwortet Künzle: «Lädt man aus einer eng befreundeten Vierergruppe nur drei Personen ein und schliesst die vierte bewusst aus, kann das verletzend sein. Mag man jemanden grundsätzlich, ist aber unsicher, ob die Person in die Runde passt, kann eine Einladung eine nette Geste sein.»

Grundsätzlich hat für Künzle aber die Person Vorrang, die einlädt. «Zum eigenen Anlass darf man Menschen einladen, die man gern hat, mit denen man sich verbunden fühlt und mit denen man feiern möchte. Dafür muss man sich nicht rechtfertigen.»

Ausnahme beim Partner

«Schwieriger wird es, wenn man den Partner der besten Freundin nicht mag.» Ist dir die Freundschaft wichtig und würdest du deine Kollegin verletzen, wenn du ihren Freund auslädst? Dann rät Künzle, «in den sauren Apfel zu beissen» und beide einzuladen.

Wie sieht deine perfekte Partyrunde aus?

Yasmina Al Dubai

Yasmina Al Dubai (yad), Jahrgang 2004, arbeitet seit Juni 2026 bei 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Lifestyle-Ressort.

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