Was Matcha so beliebt macht und wie gesund er wirklich ist
Grün, grüner, Matcha. Das Trendgetränk aus Japan wird auf Social Media gehypt. Doch die hohe Nachfrage sorgt für steigende Preise, Lieferengpässe und Fake-Produkte.
13.09.2026 | 43:43 minIn Japan längst ein "Evergreen" unter den Lebensmitteln, dürfte Matcha hierzulande auf einige noch exotisch wirken. Doch das grüne Pulver ist im Trend: Matcha-Eis in der Eisdiele, grünes Gebäck in der Patisserie - Matcha wird auch in Deutschland immer beliebter.
Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Circana stieg der Umsatz mit losem Matcha im deutschen Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten von 2,3 Millionen Euro im Zwölfmonatszeitraum bis Juni 2024 auf 5,1 Millionen Euro bis Juni 2026. Das entspricht einem Zuwachs von rund 122 Prozent. Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf loses Matcha-Pulver im stationären Handel. Onlinehandel sowie Matcha in Fertigprodukten oder Getränken sind nicht enthalten.
In Deutschland wachsen erstmals Matcha-Pflanzen: Antje Kühnle baut in Zossen Tee für das Hype-Getränk an. Ihr Ziel: hochwertigen Matcha aus Deutschland - trotz Klima- und Anbauherausforderungen.
27.10.2025 | 4:08 minWas ist Matcha und wo kommt er her?
Matcha bildet das Herzstück der japanischen Teezeremonie und bedeutet übersetzt "gemahlener Tee". Dass er in gemahlener Form konsumiert wird, ist gleichzeitig auch das, was Matcha als Teesorte so besonders macht.
Aufwendiges Herstellungsverfahren
Matcha wird aus "Tencha" - auch Schatten-Tee genannt - gewonnen. Die Teesträucher werden circa zwei bis drei Wochen vor der Pflückung beschattet, was dem Tee seine intensive grüne Farbe verleiht. Nach dem Trocknen werden die feinen Blattstiele und -adern entfernt. Dann wird der Tencha mit Mühlen aus schwerem Granitstein langsam zu feinem Pulver vermahlen.
Schwarz-, Grün- oder Kräutertee: Jede Teesorte hat ihren eigenen Charakter. Marie Brell zeigt, worauf es bei Auswahl und Zubereitung ankommt - und warum Tee zu jedem Moment des Tages passt.
20.11.2025 | 2:53 minDie Ausbeute pro Granitstein: 30 Gramm pro Stunde - so viel wie in einer Aludose enthalten ist, in der Matcha häufig angeboten wird. So eine Dose kostet, je nach Anbieter und Qualitätsstufe, meist zwischen 20 und 70 Euro. In Japan unterscheidet man zwischen drei Qualitätsstufen.
- Ceremonial Grade: Ausgesprochen feine Sorten für ausgewählte Tee-Zeremonien zu besonderen Anlässen.
- Premium Grade: Für Matcha-Fans, die sich etwas Besonderes leisten möchten; dennoch für den täglichen Gebrauch nutzbar.
- Cooking/Culinary Grade: Preisgünstigste Variante; wird in Küche, Konditorei oder Bar gern als Zutat verwendet; sehr geschmacksintensiv (auch mal etwas bitterer).
Die Begriffe sind keine rechtlich geschützten Qualitätsklassen und werden von Herstellern uneinheitlich verwendet.
Ist Japans Lebensmittelindustrie wirklich geprägt von gestreckten Lebensmitteln und Geschmacksverstärkern? Sebastian Lege packt aus und nimmt japanische Produkte unter die Lupe.
29.01.2025 | 43:53 minWie kommt es zu dem Hype um Matcha?
Grund für den Hype sind zu einem großen Teil soziale Medien und dort kursierende Gerüchte um das angebliche Superfood. Oft heißt es, Matcha beuge Krebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und führe zu Gewichtsverlust. Diese Gesundheitsversprechen sind wissenschaftlich aber nicht ausreichend belegt und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Laut EU-Health-Claims-Verordnung sind sie sogar verboten.
Die Nachfrage ist inzwischen so stark gestiegen, dass japanische Produzenten und Händler zeitweise von Engpässen berichten. Ursachen sind neben dem globalen Boom auch wetterbedingte Ernteausfälle und strukturelle Probleme im japanischen Teeanbau.
Erfrischende Matcha-Getränke: Nic Shanker zeigt Rezepte mit dem japanischen Grüntee-Pulver.
19.05.2025 | 7:34 minWas wirklich in Matcha drin ist
Eine signifikante gesundheitliche Wirkung durch Matcha ist laut Verbraucherzentrale nicht annähernd nachgewiesen. Der Konsum des gemahlenen Teeblatts führt zu einer maximalen Aufnahme der enthaltenen Nährstoffe; Matcha beinhaltet vergleichsweise hohe Mengen an Antioxidantien.
Ebenso wird das enthaltene Koffein aufgenommen. Je nach Rezeptur kann es Matcha in puncto Koffeingehalt mit Espresso aufnehmen. Wer empfindlich auf Koffein reagiert, sollte bei Matcha daher vorsichtig sein. Das gilt insbesondere für Schwangere und Stillende. Für Kinder ist Matcha tabu.
Ernährungsexpertin Brigitte Bäuerlein im Gespräch über die gesundheitsfördernde Wirkung von Bitterstoffen.
21.10.2024 | 5:29 minWie es um die Belastung mit Schadstoffen steht
Allerdings können auch unerwünschte Stoffe wie Aluminium und Blei aufgenommen werden. Der Kauf von Matcha mit EU-Biosiegel garantiert dabei keine Schadstofffreiheit. Es empfiehlt sich, beim Kauf regelmäßig Produkte und Marken zu wechseln, um der Gefahr einer einseitigen Schadstoffbelastung vorzubeugen.
"Bio-Produkte können zwar ebenfalls mit Aluminium oder Blei belastet sein, allerdings werden in der Produktion keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt, wodurch zumindest diese Form der Schadstoffbelastung minimiert werden kann", sagt Antonia Brandstädter von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW).
Die Verbraucherzentralen empfehlen darüber hinaus, Matcha nur in Maßen zu konsumieren. Als Orientierung gelten maximal drei Portionen täglich mit jeweils etwa einem Gramm Matcha-Pulver. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vorsichtig sein. Studien deuten darauf hin, dass Inhaltsstoffe von Grüntee und Matcha die Wirkung bestimmter Arzneimittel beeinflussen können.
Lupinen-"Kaffee" ist eine Alternative für alle, die kein Koffein vertragen oder Wert auf Nachhaltigkeit legen. Er enthält deutlich weniger Säure als Bohnenkaffee und schmeckt leicht nussig.
02.01.2026 | 7:44 minWo Matcha draufsteht, ist nicht unbedingt Matcha drin!
Matcha ist in Deutschland kein lebensmittelrechtlich geschützter Begriff. Es gibt keine einheitlichen Prüfkriterien, die festlegen, welche Herstellungsmerkmale Matcha erfüllen muss und wodurch er sich von herkömmlichen Grüntee-Produkten abgrenzt.
Auslobungen wie 'Premium' sind nicht geschützt und lassen daher nicht auf eine höhere Qualität des Produktes schließen.
Antonia Brandstädter, Bereich Ernährung und Umwelt, Verbraucherzentrale NRW
Es ist also schwer möglich, die in Deutschland verkäuflichen Produkte hinsichtlich der drei Qualitätsstufen sicher zu unterscheiden. Ein Indiz für die Qualität von Matcha kann allerdings eine hellgrüne Farbe des Pulvers sein. "Die Besonderheit von traditionellem Matcha ist der aufwendige Herstellungsprozess - ob dieser jedoch wirklich durchlaufen wurde, können Verbraucher*innen kaum nachvollziehen", so Antonia Brandstädter von der Verbraucherzentrale NRW.
Ein weiteres Problem: Manche Produkte, die laut Verpackung Matcha enthalten, weisen nur einen geringen Anteil von gerade mal 0,5 bis zwei Prozent auf. Hersteller sind laut Lebensmittelinformationsverordnung dazu angehalten, die enthaltene Menge Matcha auf der Zutatenliste transparent zu machen. Außerdem dürfen sie durch das Design der Verpackung keinen falschen Eindruck über die enthaltene Menge von Matcha in einem Produkt erwecken.
Miriam Hantzsche ist Redakteurin des ZDF-Magazins "WISO".
Gefriergetrockneter Frucht-Snack im Test
:Öko-Test findet Pestizide und zu viel Zucker in ErdbeerchipsGefriergetrocknete Erdbeerchips sind ein beliebter Snack. Im Test jedoch schneiden die Produkte nicht gut ab - keines bekommt von Öko-Test die Bestnote, acht fallen sogar durch.
von Florence-Anne Kälble
mit Video0:43
Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.
Dieser Beitrag wurde erstmals am 12. Mai 2025 veröffentlicht und am 7. Oktober 2026 aktualisiert.
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "planet.e am 13.09.2026 ab 15:30 Uhr.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.