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Friday, November 6, 2026

Nur Bares ist Wahres – Stadt Zürich soll zur Annahme von Bargeld verpflichtet werden

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Der Aufschrei war gross: Im vergangenen Herbst wurde bekannt, dass auf dem Weihnachtsmarkt am Zürcher Hauptbahnhof kein Bargeld mehr akzeptiert wird. Und auch das Zürcher Kunsthaus wollte nur noch das Bezahlen mit Bankkarte oder Smartphone zulassen.

Ob Weihnachtsmarkt oder Kunsthaus: Beide mussten wegen grosser Proteste aus der Bevölkerung zurückbuchstabieren. Es ist klar: Bargeld ist für viele Menschen wichtig, auch wenn es im Alltag immer seltener genutzt wird, wie Erhebungen der Nationalbank verdeutlichen.

2017 griff die Bevölkerung noch bei rund 70 Prozent der Zahlungen zu Münz und Banknoten. Doch bald wurde Bargeld von der Debitkarte als häufigstes Zahlungsmittel abgelöst. 2025 wurde nur noch knapp ein Drittel der Transaktionen mit Bargeld getätigt. Zahlungen mit dem Handy an der Kasse machten in beiden Jahren rund einen Fünftel aller Transaktionen aus.

Ungewohnte Allianz zwischen AL und SVP

Zu einer Bargeld-Debatte kam es nun auch im Zürcher Stadtparlament. Diskutiert wurde über einen Vorstoss der Alternativen Linken (AL). Dieser verlangte, dass Bargeld in städtischen Betrieben und einem Teil der Läden, Cafés und Kulturbetriebe auf Stadtgebiet erhalten bleiben muss.

Leute ohne Bankkonto sind in einer bargeldlosen Welt aufgeschmissen.

Die Verfassung der Stadt Zürich solle dementsprechend geändert werden.
Denn, so fand Tanja Maag von der AL: «Leute ohne Bankkonto, ohne Twint, sind in einer bargeldlosen Welt aufgeschmissen.»

Unterstützt wurde die Forderung von der SVP. Die Partei hatte den Stadtrat bereits zuvor aufgefordert, zu klären, wie Bargeld als Zahlungsmittel geschützt werden kann. «Das gibt es selten, dass die SVP fast alles von einem Votum der AL unterschreiben kann; nämlich, dass die Möglichkeit des Bargelds erhalten bleibt», so Stefan Urech (SVP).

Menschen gehen durch die grosse Innenhalle eines modernen Gebäudes – es ist der Neubau des Kunsthaus Zürich.
Legende: Der Aufschrei in der Bevölkerung war gross, als das Kunsthaus vor rund einem Jahr keine Noten und Münzen mehr akzeptierte. Nach heftigen Reaktionen hob das Museum die Regelung auf und nimmt seither wieder Bargeld entgegen. Keystone / Ennio Leanza

Auch der Grüne Yves Henz betonte, Bargeld dürfe nie verschwinden. Denn im Gegensatz zu digitalen Zahlungen lasse sich der Bargeldverkehr nicht so einfach überwachen. «Bargeld ist in der Schweiz das einzige Zahlungsmittel, das echten Datenschutz sicherstellt.»

Bargeldpflicht ist für Stadtrat unverhältnismässig

Der zuständige Stadtrat Andreas Hauri (GLP) stellte die Vorteile des Bargelds nicht infrage. Die Stadtregierung prüfe Massnahmen, aber der Vorstoss sei zu streng. Eine Bargeldpflicht für jeden Kulturbetrieb, der auch nur einen Franken von der Stadt erhalte, ergebe schlicht keinen Sinn, so Hauri. Hier brauche es doch Augenmass.

Es ist nicht am Staat, dies vorzuschreiben.

Die FDP unterstützte den Stadtrat und pochte auf die Wirtschaftsfreiheit: Betriebe sollten selbst entscheiden können, wie bezahlt wird – sei es in bar, mit Karte, via Twint oder kombiniert. «Es ist nicht am Staat, dies vorzuschreiben», sagte Emanuel Tschannen von der FDP, unterstützt von Mitte und GLP.

Schliesslich schlug die SP vor, um den Vorstoss zu entschärfen: Die Bargeldpflicht solle nur für städtische Betriebe gelten – sowie für jene, die von der Stadt subventioniert werden. Aber nicht für Betriebe, die auf öffentlichem Grund Geschäfte machen.

Diese abgeschwächte Variante wurde vom Parlament klar angenommen. Der Stadtrat muss nun gegen seinen Willen eine Vorlage ausarbeiten, die eine Bargeldpflicht in der Gemeindeordnung verankert.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 29.10.2026, 6:31 Uhr ;  hugk;fise;rama

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