Bis zu 200 Millimeter Regen: Unwetter-Alarm in Südfrankreich

- Ein Kaltlufttropfen bringt Südfrankreich bis Freitag örtlich bis zu 200 Millimeter Regen.
- Besonders betroffen ist das Gebiet rund um den Golfe du Lion, auch Korsika bekommt viel Regen ab.
- Die Böden sind seit Ende September gesättigt, lokale Überschwemmungen sind deshalb nicht auszuschliessen.
In Südfrankreich regnet es seit der Nacht auf Mittwoch anhaltend. Bis Freitag können rund um den Golfe du Lion verbreitet 100 bis 150 Millimeter fallen, örtlich bis zu 200. Betroffen ist vor allem das Gebiet zwischen dem Hérault, dem Süden des Gard und dem Westen der Bouches-du-Rhône.
In den übrigen Gebieten – Nordaude, Süd- und Ostlozère, Südwest-Ardèche und den Cevennen – werden meist 30 bis 100 Millimeter erwartet. Auf den Gipfeln der Lozère und der Cevennen fallen bis zu zehn Zentimeter Schnee.
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Warum der Regen nicht weiterzieht
Hinter der Lage steckt ein Kaltlufttropfen: ein Höhentief mit besonders kalter Luft in grosser Höhe. Es ist von Westrussland über das Mittelmeer nach Westen gezogen.
Ein zweites, kleineres Höhentief hat sich über dem Norden der Iberischen Halbinsel festgesetzt. Dadurch dreht die Strömung über dem Mittelmeer auf Südost und führt feuchte, instabile Luft nach Norden. Gleichzeitig bremst ein Hoch über dem Atlantik die ganze Konstruktion ab – das System bleibt tagelang nahezu an Ort.
Auch Korsika betroffen
Im Osten Korsikas sind lokal mehr als 100, teils bis zu 150 Millimeter möglich. Kritisch wird es dort vor allem am Donnerstag. Der Westen der Insel dürfte weitgehend verschont bleiben.
Der Höhepunkt der Niederschläge wird für Mittwoch und Donnerstag erwartet. Am Freitagmorgen soll die Regenzone das Languedoc allmählich verlassen, am Nachmittag klingt die Lage ab.
Böden sind gesättigt
Das eigentliche Risiko liegt weniger in der Intensität als in der Vorgeschichte. Seit Ende September hat eine Episode die nächste abgelöst. Im Oktober fielen in Montpellier 178 Millimeter, in Arles 253 und in Aigues-Mortes 282.
Entsprechend wenig Wasser nehmen die Böden noch auf. Lokale Überschwemmungen sind deshalb nicht auszuschliessen – auch dort, wo die Mengen für sich genommen nicht aussergewöhnlich wären.
Für Mittwoch galt in den Bouches-du-Rhône die gelbe Warnstufe für Gewitter und Überschwemmungen. Météo-France geht davon aus, dass die stärksten Gewitter über dem Meer bleiben. Ziehen sie doch an die Küste, könnte die Warnstufe steigen.
Entspannung ist vorerst nicht in Sicht: Für Sonntag bis Mitte kommender Woche halten Meteorologen eine weitere Mittelmeer-Episode für wahrscheinlich.
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Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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