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Friday, November 6, 2026

Schweizer Literatur-Star hat 100'000 Franken Schaden verursacht

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Kim de l'Horizon (34) hat Strafbefehl kassiert

Schweizer Literaturstar hat 110'000 Franken Schaden verursacht

Ein folgenschweres Missgeschick mit juristischen Konsequenzen: Literaturstar Kim de l’Horizon (34) wurde wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst zu einer bedingten Geldstrafe von 12'000 Franken verurteilt.

Publiziert: vor 25 Minuten

  • Kim de l’Horizon wurde wegen des fahrlässigen Verursachens einer Feuersbrunst verurteilt
  • Mit leinölhaltigem Mittel getränkte Lappen im Stoffbeutel neben der Heizung entzündeten sich selbst
  • Rund 110'000 Franken Schaden an Gebäude und Mobiliar

Ausgerechnet die Hingabe zum eigenen Bücherregal wurde Kim de l’Horizon (34) zum Verhängnis: Eine scheinbar harmlose Möbelpflege jagte dem gefeierten Literaturstar mitten in der Nacht einen gehörigen Schrecken ein – mit juristischen Konsequenzen.

Kim de l’Horizon, 2022 mit dem Deutschen und dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet, will den Büchern im Januar dieses Jahres etwas Gutes tun: genauer gesagt dem Regal, in dem sie stehen. De l’Horizon behandelt das Möbelstück in der Zürcher Wohnung mit einem speziellen Öl-Wachs-Präparat. Was als harmlose Möbelpflege beginnt, endet Stunden später in einem verheerenden Wohnungsbrand.

Unbekannte Gefahr

Der Grund: Die mit dem Mittel getränkten Putzlappen verstaut de l’Horizon nach getaner Arbeit in einem Stoffbeutel neben einer eingeschalteten Heizung – mit dem Plan, sie am nächsten Tag auszuwaschen. Dort werden sie jedoch zur gefährlichen Brandfalle. Denn das verwendete Wachs enthält Leinöl: ein Stoff, der beim Trocknen Wärme freisetzt und unter ungünstigen Bedingungen zur Selbstentzündung führen kann.

Dabei hat de l’Horizon noch Glück. Denn mitten in der Nacht bemerkt die Mitbewohnerin Rauch in der Wohnung. Als sie in die Küche eilt, brennt es dort lichterloh. Sie weckt de l’Horizon, worauf die Feuerwehr alarmiert wird.

Schutz & Rettung Zürich rückt sofort aus: Rund ein Dutzend Feuerwehrleute stehen mit zwei Tanklöschfahrzeugen und einer Drehleiter im Einsatz, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilt. Ein solches Aufgebot sei bei Bränden dieser Art Standard. Zudem heisst es: «Die Bewohner des Gebäudes haben sich gemäss unseren Informationen selbständig evakuiert.»

Verletzt wird glücklicherweise niemand, doch der Sachschaden ist beträchtlich: An Gebäude und Mobiliar entsteht ein Schaden von rund 110'000 Franken. Davon entfallen 90'000 Franken auf die Wohnung und weitere 20'000 Franken auf das Mobiliar von de l’Horizon und der Mitbewohnerin.

Empfindliche Geldstrafe

Kim de l’Horizon – dabei handelt es sich um ein Pseudonym – wird per Strafbefehl (liegt Blick vor) zu einer bedingten Geldstrafe von 12’000 Franken verurteilt. Das heisst, zahlen muss de l’Horizon diesen Betrag vorerst nicht – die Strafe ist für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Sofort fällig werden hingegen Verfahrensgebühren von 800 Franken. Auch zivilrechtliche Forderungen des Vermieters wären möglich.

De l’Horizon wird vorgeworfen, fahrlässig gehandelt zu haben und die Warnungen auf der Öl-Wachs-Flasche und dem dazugehörigen Merkblatt nicht genügend ernst genommen zu haben. Die Folgen wären «bei pflichtgemässem Verhalten – das heisst der Lagerung in einem nichtbrennbaren und geschlossenen Behälter (…) vermeidbar gewesen», heisst es im Strafbefehl.

Auf Anfrage von Blick wollte sich Kim de l’Horizon nicht zum Vorfall äussern.

Risiko Leinöl

Hauptverantwortlich für die Selbstentzündung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leinöl im verwendeten Möbelschutzpräparat. Ein Umstand, der wohl nur den wenigsten bekannt ist, aber immer wieder zu Problemen führt, wie die Beratungsstelle für Brandverhütung (BFB) auf ihrer Website schreibt: «Ungesättigte Pflanzenöle kristallisieren an der Luft langsam aus. Dabei wird Sauerstoff gebunden und es entsteht Wärme.»

Besonders tückisch sei dieses Phänomen bei ölgetränkten Putzlappen. Die Beratungsstelle warnt: «Wenn diese Lappen zerknüllt in einem Eimer liegen, kann sich ein Wärmestau bilden. Da Öl einen niedrigen Flammpunkt hat, kann es zu einem Schwelbrand kommen. Ist genügend Sauerstoff vorhanden, entsteht ein Brand mit offener Flamme.»

Dass Bücher für Zündstoff sorgen können, weiss Kim de l’Horizon nur allzu gut. Dass auch ihre Pflege brandgefährlich werden kann, dürfte hingegen auch für den «Blutbuch»-Star neu gewesen sein.

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