CNN Türk‘Vanlı Kara Haydar’a yeni operasyon! 934 milyonluk soru işareti: İki otomobilden servet çıktıPunchMorning recap: Fresh court battles brew over primaries, Why Yayi changed his name, other top storiesThe Jerusalem PostSeventeen killed in mass shooting at South Africa tavern, police launch manhunt for suspectsESPNWhat we know through CFB's Week 4, plus Kamario Taylor's rise and Michigan's karmaInquirerCalapan–Batangas ferry fares rise, operators cite fuel price surgeDaily MaverickWORLD NEWS DAY OP-ED: Journalism and our chaotic world’s future한겨레코인, 정치적 내러티브를 잃다 [헬로, 크립토]SözcüErdoğan'ın 'kafadan sıkıntılı' dediği muhalif vekil AKP'ye geçiyorRTL BoulevardEddy Zoëy maakt musicaldebuut na zwaar jaar: 'Ben nog steeds herstellende'Collider2026's Best Survival Horror Movie Officially Passes a Major Streaming MilestoneRappler‘An Sayaw nin mga Salampati’ and Bicol’s unwavering fight for human rightsHipertextualTodos los comandos de Linux siempre a mano con esta app para iOS y Android
The Daily Newsstand · Free, Always
Sunday, September 27, 2026

Weltraumspiegel: Satelliten sollen nachts die Erde erhellen

Translate
Die Erde aus dem Weltall gesehen

Satellitenspiegel im All Sonnenlicht soll Nacht erhellen

Stand: 26.09.2026 • 07:56 Uhr

Ein US-Unternehmen will Tausende Satelliten ins All schicken, um mit Spiegeln die Nachtseite der Erde zu beleuchten. Forschende warnen vor Gefahren für Astronomie, Natur - und den Menschen.

Von Jan Kerckhoff, BR

Es klingt nach Science-Fiction, ist aber ein ernst gemeintes Geschäftsmodell: Noch in diesem Jahr will das US-Unternehmen Reflect Orbital einen besonderen Satelliten ins All schicken. In rund 600 Kilometern Höhe soll dieser einen großen Spiegel entfalten und das Sonnenlicht von der Tag- auf die Nachtseite der Erde umlenken.

Das Ziel ist, eine Fläche von etwa fünf Kilometern Durchmesser mit einer Helligkeit von 0,1 Lux beleuchten zu können - das ist ungefähr so hell wie der Vollmond. Der Satellit soll Licht für Rettungsaktionen im Katastrophenfall bereitstellen, Baustellen beleuchten und Solaranlagen auf der Erde zusätzliches Licht liefern.

Der Raumfahrtexperte Enrico Stoll von der Technischen Universität Berlin ist allerdings skeptisch, ob Solaranlagen dann wesentlich mehr Energie liefern. Die Reflektoren des Satelliten sollen eine Kantenlänge von 18 Meter, die Fläche 324 Quadratmeter betragen. "Wenn man das alles durchrechnet ohne irgendwelche Verluste, kommt man in den Milliwatt-Bereich", sagt Stoll. Hinzu komme die Schwierigkeit, mit dem Licht die anvisierte Fläche zu treffen, denn der Satellit würde mit einer Geschwindigkeit von sieben Kilometern pro Sekunde fliegen.

Ziel: 50.000 Satelliten bis 2035

Der Satellit soll dieses Jahr zunächst nur zu Testzwecken starten. Weitere sind aber geplant. Bis zum Jahr 2035 will Reflect Orbital 50.000 davon im Orbit platzieren. Diese sollen dann rund um die Uhr insgesamt 36.000 Lux bereitstellen. Das entspreche Tageslicht, wie Reflect Orbital auf seiner Internet-Seite schreibt.

Das Problem sei, so Stoll, dass die Satelliten in den sonnensynchronen Orbit geschickt werden sollen. Der sei aber schon jetzt überfüllt, weil dort viele Erdbeobachtungssatelliten kreisen.

Wegen der großen Fläche der Satelliten steige das Risiko von Kollisionen im Orbit und damit von mehr Weltraumschrott. Zudem würde die Restatmosphäre die Satelliten mit ihren großen Reflektorschirmen abbremsen. Dann wäre entweder viel Treibstoff nötig, um deren Bahn stabil zu halten, oder die Weltraumspiegel sinken langsam ab und verglühen in der Atmosphäre, die dadurch verschmutzt würde.

Sorge wegen Lichtverschmutzung

Neben der Gefahr neuen Weltraumschrotts sorgt vor allem die drohende Lichtverschmutzung für Kritik an den Satelliten. Astronomen warnen, das reflektierte Sonnenlicht aus Tausenden Spiegeln würde den Nachthimmel für Beobachtungen zu sehr aufhellen. Präzise Beobachtungen schwacher Sterne und Galaxien wären kaum noch möglich.

Wissenschaftler der Europäischen Südsternwarte in Garching bestätigen Berechnungen der Slowakischen Akademie der Wissenschaften: Danach würde der Lichtschein nur eines Weltraumspiegels selbst aus einer Entfernung von 14 Kilometern die Helligkeit des Vollmondhimmels übersteigen.

Dem stimmt der Laserphysiker Andreas Jechow von der Technischen Hochschule Brandenburg zu, der zu Lichtverschmutzung forscht. Das Licht werde in der ganzen Atmosphäre gestreut und sei weit sichtbar. Das gelte schon bei den 0,1 Lux, die das erste Ziel sind. Damit sei man auf Vollmond-Niveau, später sei es dann tatsächlich taghell.

Jechow warnt, dass die künstliche Aufhellung der Erde bei Nacht eine massive Veränderung der Lebensbedingungen bedeute. Viele Tierarten sind an den Wechsel von Tag und Nacht angepasst. Nachtaktive Arten nutzen die Dunkelheit, um sich vor Fressfeinden zu schützen oder auf Nahrungssuche zu gehen. Auch Pflanzen brauchen Dunkelphasen, etwa für die Blütenbildung. Wird die Nacht großflächig aufgehellt, drohen Störungen in ihren Wachstumszyklen.

Dauerhelligkeit und Schlafstörungen

Nicht nur Tiere und Pflanzen könnten leiden, sondern auch Menschen. Ihr Schlaf-Wach-Rhythmus hängt stark vom Wechsel von Licht und Dunkelheit ab. Wenn der Himmel nachts dauerhaft heller ist - selbst nur 0,1 Lux - kann das den Schlaf beeinträchtigen.

Jechow warnt, dass das Licht nicht einfach lokal begrenzt werden könne. Denn wird ein Feld in einigen Kilometern Entfernung beleuchtet, hellt sich die Atmosphäre insgesamt auf. Bewohner weiter weg würden die Aufhellung dennoch wahrnehmen. Langfristig könnte Dauerhelligkeit Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden haben.

Unternehmen kontert Kritik

Reflect Orbital reagiert bislang zurückhaltend auf die Kritik. Das Unternehmen betont, die meisten Menschen würden das Licht ohnehin nie direkt sehen. Man wolle vor allem Leben retten, etwa bei Katastrophen, und zusätzliches Licht ohne fossile Energie bereitstellen. Gleichzeitig verspricht die Firma, sich um Fragen zu Umwelt und Astronomie zu kümmern.

Konkrete Konzepte, wie Menschen, Natur und Weltraum vor negativen Folgen geschützt werden sollen, bleiben allerdings offen. Zahlreiche Forschende fordern deshalb, das Projekt gründlich zu prüfen, bevor Tausende Weltraumspiegel gestartet werden.

View the original on Tagesschau →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.