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Friday, November 6, 2026

«Herzensangelegenheit» – nächstes Nati-Talent sagt der Schweiz ab

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  • Lutfi Dalipi (20) wird nicht für die Schweizer Nationalmannschaft spielen.
  • Er hat U21-Trainer Alex Frei mitgeteilt, dass dieser nicht mehr auf ihn zählen könne.
  • Gründe sind die familiären Wurzeln im Kosovo und in Portugal sowie die grosse Konkurrenz in der Nati.

Fünf Tore und neun Vorlagen hat Lutfi Dalipi in dieser Super-League-Saison bereits eingetütet. Der 20-Jährige, der von vielen europäischen Clubs umworben wird, sorgt mit 14 Skorerpunkten in zwölf Spielen landesweit für viel Begeisterung.

Auf Clubebene läuft es für Dalipi also bestens. Bei der Nati herrschte bislang ein grosses Fragezeichen: Für welche Auswahl wird er spielen? Technisch gesehen wäre er für die Schweiz, Portugal, Kosovo oder Albanien spielberechtigt.

So ist der Entscheid von Lutfi Dalipi

Nun ist klar: Das Supertalent aus Billens wird nicht für die Schweiz spielen. Darüber berichtete «Blick» am Donnerstagnachmittag. Nach Informationen von 20 Minuten soll Dalipi U21-Trainer Alex Frei mitgeteilt haben, dass dieser künftig nicht mehr auf seine Dienste zählen könne.

Frei soll über den Entscheid überrascht gewesen sein, reagierte aber verständnisvoll. Dalipi wolle keinen Platz im U21-Kader blockieren, nachdem sein Entscheid gegen die Schweiz gefallen sei. Er wolle einem anderen Spieler den Vortritt lassen, der langfristig für die Schweiz spielen werde.

Zwischen Herzensangelegenheit und Konkurrenzkampf

Aus Dalipis Umfeld heisst es, der Entscheid sei eine Herzensangelegenheit. Der in Billens VD aufgewachsene Offensivspieler hat einen Vater aus dem Kosovo und eine Mutter aus Portugal. Er wolle den Wurzeln seiner Familie folgen und künftig lieber für Kosovo oder Albanien spielen. Für welches der beiden Länder er sich entscheidet, ist noch offen.

Lutfi Dalipi könnte künftig in der Bundesliga oder in der Serie A spielen. Sein Marktwert wird auf 10-15 Millionen Franken geschätzt.

Lutfi Dalipi könnte künftig in der Bundesliga oder in der Serie A spielen. Sein Marktwert wird auf 10-15 Millionen Franken geschätzt.Sven Thomann/Blick/freshfocus

Andererseits sei die Konkurrenz in der Schweizer Nati auf seiner Position enorm. Neben Winsley Boteli und Alvyn Sanches gebe es weitere junge Offensivspieler, die ebenfalls auf ihre Chance warteten. Es könnte Jahre dauern, bis Dalipi in der Schweiz zu Einsätzen käme, heisst es aus seinem Umfeld.

Yakin sieht ihn in der U21

So entscheidet sich innert kurzer Zeit erneut ein in der Schweiz ausgebildetes Talent gegen den Schweizer Fussballverband. Nach Leon Avdullahu, Albian Hajdari und Alessandro Romano wird nun auch Lutfi Dalipi künftig für ein anderes Land auflaufen.

So äusserte sich auch Nati-Trainer Murat Yakin: «Lutfi Dalipi ist ein interessanter Spieler, der auch noch für die U21 spielen kann. Wenn mir im Mittelfeld alle Spieler zur Verfügung stehen, ist es derzeit schwierig, in die Mannschaft reinzukommen.» Die Spieler, die bisher einen guten Job gemacht hätten, hätten es verdient, erneut aufgeboten zu werden. «Wir können nicht jeden Doppelbürger aufbieten und eine Minute Einsatz geben. Das ist nicht fair den anderen Spielern gegenüber.»

Dalipis Leistungen sind auch ausserhalb der Schweiz nicht unbemerkt geblieben. Nach Informationen von 20 Minuten gibt es Interesse aus der Bundesliga und der Serie A. Für Dalipi geht es nun zunächst darum, seinen Lauf bei Vaduz zu bestätigen. Auf internationaler Ebene ist sein Weg dagegen bereits vorgezeichnet: Er wird künftig nicht das Schweizer Kreuz tragen.

Ein weiteres Talent kehrt der Nati den Rücken zu. Wie stehst du dazu?

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Fabrizio Bonazza

Fabrizio Bonazza (bnz) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Er ist Social-Media-Redaktor im Ressort Sport mit Fokus auf Trends, Videos und unterhaltsame Inhalte.

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